Gemäss einer Analyse der Financial Times (Abo), die sich auf Daten des Finanzdatenanbieters Morningstar abstützt, hielten bis Ende 2025 mehr als 110 aktive und passive ESG-Fonds Anteile an BP. Darunter befinden sich auch Anlagevehikel von UBS und Swisscanto sowie anderer Vermögensverwalter wie Blackrock.
Der Ölkonzern hatte Anfang Jahr einen strategischen «Reset» angekündigt. Der frühere CEO Murray Auchincloss erklärte, der Konzern sei mit seiner grünen Strategie «zu weit und zu schnell» gegangen. In der Folge reduzierte BP sein Ziel, die Öl- und Gasproduktion bis 2030 um 40 Prozent zu senken, auf eine Reduktion von 25 Prozent.
Trotz dieses Kurswechsels halten weiterhin über 60 aktiv verwaltete ESG-Fonds BP-Aktien. Zu den Fondsanbietern mit besonders hohen BP-Gewichtungen – gemessen am Anteil im Fondsvermögen – zählen unter anderem Produkte von Swisscanto und UBS sowie von Blackrock, ODDO BHF und Banca Popolare di Sondrio.
Swisscanto sagte zur FT, der eigene Ansatz setze eher auf die Unterstützung des Übergangs zu einer CO₂-ärmeren Wirtschaft als auf generelle Ausschlüsse einzelner Branchen.
Kritik von Umweltorganisationen
Kritik kommt von Umweltorganisationen. Laut Reclaim Finance bestätigten die Daten die bestehenden Bedenken in Zusammenhang mit Greenwashing. Viele Anleger würden nicht erwarten, dass ESG- oder «grüne» Fonds in Unternehmen investiert sind, die ihre Aktivitäten im Bereich fossiler Energien ausbauen.
Neben BP halten laut Morningstar-Daten auch rund 200 ESG-Fonds weiterhin Anteile am Energiekonzern Shell. Das Mineralölkonzern hatte seine Klimapolitik Anfang 2024 nach dem Amtsantritt von CEO Wael Sawan ebenfalls abgeschwächt.
Gleichzeitig prüft die Europäische Union strengere Regeln für nachhaltige Anlageprodukte. Diskutiert wird unter anderem, Entwickler fossiler Energieprojekte aus bestimmten Fonds mit Nachhaltigkeitslabel auszuschliessen.

