Sustainability
Die Initiative Net Zero Asset Managers Initiative (NZAM) legte eine lange Denkpause ein. Jetzt ist sie wieder da, mit weniger ambitionierten Zielen und mit etlichen Lücken in den Reihen.
11. März 2026 • Beat Schmid

Von der Finanzindustrie angestossene Klima-Initiativen haben es schwer. Nach dem Hype im Nachgang der Klimakonferenz in Glasgow im Jahr 2021 kamen Donald Trump und seine MAGA-Bewegung, die auf alles schossen, was mit Sustainable Finance zu tun hatte. Vor diesem Hintergrund hat sich auch die Initiative Net Zero Asset Managers Initiative (NZAM) neu aufgestellt, nachdem sie ihre Aktivitäten vor einem Jahr vorübergehend ausgesetzt hatte.

Mehr als 250 Vermögensverwalter sind beim Neustart dabei. Auf dem Höhepunkt hatte die Initiative noch 325 Unterzeichner. Zu den Unterzeichnern der aktualisierten Liste gehören Namen wie Amundi, BNP Paribas Asset Management oder L&G. Zu den Schweizer Unterzeichnern gehören unter anderem UBS Asset Management, Swisscanto, Lombard Odier, Pictet, J. Safra Sarasin, UBP Asset Management, zCapital.

Nicht mehr dabei sind vor allem amerikanische Vermögensverwalter. Insgesamt stammen nur noch 12 der aktuellen Unterzeichner aus den USA. Branchengrössen wie Blackrock, Vanguard, J.P. Morgan Asset Management, Invesco und Goldman Sachs Asset Management machen nicht mit. Einige US-Asset-Manager – etwa Fidelity, State Street Global Advisors oder Columbia Threadneedle – sind über ihre europäischen Niederlassungen angeschlossen.

Reality Check

Die neu lancierte NZAM reduziert die Zahl der Verpflichtungen von zehn auf sieben. Gleichzeitig legt sie stärkeres Gewicht auf aktives Aktionärs-Engagement (Stewardship), Investitionen in Transformationsfinanzierung sowie Klimalösungen – statt auf strikte Vorgaben zu finanzierten Emissionen oder die Dekarbonisierung von Portfolios. Unterzeichner müssen sich zudem nicht mehr verpflichten, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Auch Zwischenziele für 2030 sind nicht mehr zwingend – ein Punkt, der insbesondere für Investoren aus Schwellenländern bisher eine Hürde darstellte.

Kritiker sehen darin eine Verwässerung der Initiative oder sprechen von einem Rückschritt. Es gebe keine Ziele und keine formellen Verpflichtungen mehr. Statt sich auf ein konkretes Ziel auszurichten, bewegt man sich nur noch in eine allgemeine Richtung, so der Tenor. Gleichzeitig kommt die Neuausrichtung einem Reality Check gleich. Als die Initiativen 2021 starteten, herrschte die Vorstellung, dass Investoren quasi im Alleingang die Klimaprobleme lösen könnten. Inzwischen ist klar geworden, dass es die Regierungen sind, die über die Macht verfügen (würden), die Wirtschaft zu verändern.

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