Bekannte Namen aus der Bitcoin-Szene, etwa die Autorin und Anlegestrategin Lyn Alden und der Tech-Unternehmer Jeff Booth, haben mit Orange Juice eine Permanent-Capital-Gesellschaft gegründet. Mit 40 Millionen Dollar Startkapital werden sie kleine und mittelgrosse, profitable Unternehmen erwerben. Sie wollen das gekaufte Unternehmen auf dem zukünftigen Wachstumskurs unterstützen und legen einen Teil der Gewinne dauerhaft in Bitcoin an.
Die übernommenen Unternehmen könnten so ihre Identität behalten, während sich die Gründer zur Ruhe setzen, den Betrieb fortsetzen oder die Führung im Laufe der Zeit abgeben. Verkäufer erhalten einen Teil ihrer Gegenleistung in Form von Orange-Juice-Anteilen. «Der Aufbau eines Unternehmens dauert Jahrzehnte. Gründer verdienen mehr als nur einen Weg, wenn es an der Zeit ist, die Eigentumsverhältnisse zu übertragen», geben die Gründer zu Protokoll.
Im Gegensatz etwa zu Strategy, dem «Erfinder» des Bitcoin-Treasury, fliesst hier nicht gehebeltes Fremdkapital in den Bitcoin, sondern reale Einnahmen aus der Realwirtschaft. Orange Juice hielt fest, dass es als Permanent-Capital-Gesellschaft und nicht als traditioneller Private-Equity-Fonds strukturiert sei und daher nicht an Fondszyklen oder den Druck zum Weiterverkauf von Portfoliounternehmen gebunden sei.
Glaubwürdigkeit erhält das Unternehmen dadurch, dass der mexikanische Milliardär Ricardo Salinas als Ankeraktionär fungiert. Ricardo Salinas, dessen Vermögen auf gegen 6 Milliarden Dollar geschätzt wird, hält Anteile am Einzelhandelsunternehmen Grupo Elektra SAB. Gegenüber Bloomberg gab er einst an, dass sein Vermögen zu 70 Prozent in Bitcoin und zu 30 Prozent in Gold und Goldminen investiert sei. Er habe keine einzige Anleihe und keine anderen Aktien, ausser vom eigenen Unternehmen.
Er habe einen diversifizierten Mischkonzern aufgebaut, der Millionen von Kunden in Lateinamerika bediene und über 170’000 Mitarbeiter beschäftige. Daraus habe er zwei Dinge gelernt: «Cashflow ist König, und man kann sich nicht darauf verlassen, dass Regierungen den Wert des eigenen Geldes schützen», wird Salinas zur Firmengründung zitiert.
Auf dem Kurznachrichtendienst X setzte Salina vor Kurzem diese Meldung ab: «Es ist nun fast eine Woche her, seit @ORANGEJUICE_BTC eine Kapitalbeschaffung in Höhe von 40 Millionen Dollar angekündigt hat, die von mir geleitet wird. In dieser Zeit haben sich Hunderte potenzieller Investoren, Unternehmer und Betreiber bei uns gemeldet. Unsere Botschaft findet Anklang. Die Welt wünscht sich eine Alternative zum Private-Equity-Sektor – solides Kapital, das auf solider Währung basiert.»
Salinas hat zusammen mit zwei Schweizer Krypto-Pionieren – Pascal Hügli und Daniel Jungen – ein Buch über die Geschichte des Geldes verfasst. «The Bitcoin Enlightenment» soll gemäss Pressemitteilung «die wahre Funktionsweise der Fiat-Währungen – ein System, das auf Undurchsichtigkeit, Täuschung und unaufhörlicher Inflation beruht» enthüllen.