Thomas Flohr: Schweizer Privatjet-Tycoon plant Milliarden-Börsengang

Der Gründer von VistaJet plant offenbar einen Börsengang. Die Bewertung könnte bei mehr als 10 Milliarden Dollar liegen. Als Börsenstandort ist Zürich im Gespräch.

Thomas Flohr: Schweizer Privatjet-Tycoon plant Milliarden-Börsengang
Thomas Flohr bereitet ein IPO seiner Businessairline vor. (Quelle: HO/TP)

Der schillernde St. Moritzer Unternehmer Thomas Flohr erwägt offenbar, seine Privatjet-Gruppe Vista Global an die Börse zu bringen. Mit dem IPO könnten dem hochverschuldetem Unternehmen mehr als eine Milliarde Dollar zufliessen. Vista Global könnte beim Börsengang mit mehr als 10 Milliarden Dollar bewertet werden. Wie Bloomberg berichtet, wird ein Börsengang in Europa geprüft. Als mögliche Börsenplätze werden Zürich und Mailand genannt. Der Börsengang könnte frühestens im kommenden Jahr stattfinden.

Der 66-jährige Flohr kontrolliert 84 Prozent des Unternehmens, wie er im vergangenen Jahr in einem Interview sagte. Sein Anteil wird allerdings bis zum Going Public stark verwässert. Im März 2025 investierte ein Konsortium um die Beteiligungsgesellschaft RRJ Capital 600 Millionen Dollar in wandelbare Vorzugsaktien. Diese werden bei einem Börsengang in normale Aktien umgewandelt. Zudem dürften beim IPO neue Aktien ausgegeben werden.

UBS soll Börsengang begleiten

Vista Global soll die Bank of America, UBS und Unicredit mit den IPO-Vorbereitungen mandatiert haben. Ein Sprecher von Vista bestätigte gegenüber Bloomberg, dass das Unternehmen Berater engagiert habe und verschiedene Optionen prüfe, darunter einen möglichen «Börsengang in Europa».

Thomas Flohr gründete VistaJet 2004 mit drei Flugzeugen. Sukzessive baute er das Unternehmen durch zahlreiche Übernahmen zu einem der weltweit grössten Anbieter von Privatflügen aus. Zur Gruppe gehören heute unter anderem VistaJet und XO. Die gesamte Flotte umfasst 360 Flugzeuge. Noch grösser ist nur NetJets von Berkshire Hathaway mit über 800 Flugzeugen.

Die Gruppe betreibt eine Art Taxiservice für Vermögende und Geschäftsleute. Zahlenden Mitgliedern verspricht das Unternehmen, sie überall auf der Welt innerhalb eines Tages abzuholen. Mit nur 24 Stunden Vorlaufzeit können Kunden Langstreckenjets buchen, die sie nonstop von Hongkong nach New York bringen können. Flohrs Geschäftsmodell basiert auf dem Verkauf von Flugabonnements, die im Voraus bezahlt werden.

Kommt der IPO, dürfte der Angebotsprospekt viel Aufmerksamkeit erhalten. Vor drei Jahren geriet Thomas Flohr wegen der hohen Schulden und der angespannten finanziellen Lage des Unternehmens in die Schlagzeilen. Die FT zitierte damals aus einem Prospekt für eine Anleihe, aus dem unter anderem hervorging, dass der Buchprüfer EY «erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gruppe zur Fortführung des Unternehmens» hatte. Später wurden gegen Thomas Flohr schwere Betrugs- und Täuschungsvorwürfe erhoben. Die Klage wurde im März 2025 jedoch abgewiesen.

Hohe Schuldenlast

Das Unternehmen ist nach wie vor hoch verschuldet. ACC Aviation bezifferte die Nettoverschuldung im November 2025 auf rund 4 Milliarden Dollar. Vista hat bereits begonnen, die Belastung zu reduzieren. Neben den 600 Millionen Dollar von RRJ nahm die Gruppe im vergangenen Jahr einen Kredit über 700 Millionen Dollar auf. Mit den beiden Transaktionen über insgesamt 1,3 Milliarden Dollar sollte der jährliche Schuldendienst um rund 160 Millionen Dollar sinken. Ein Börsengang würde frisches Kapital in die Kasse bringen und die Bilanz stärken.

Flohr-Villa auf dem Suvretta-Hügel (Screenshot Nytimes)

In der Schweiz kennt man Thomas Flohr vor allem wegen seiner Leidenschaft für Langstrecken-Autorennen (Le Mans) und seiner spektakulären Villa am Suvretta-Hügel bei St. Moritz. Die «Bilanz» schätzt das Vermögen des in Erlenbach an der Goldküste aufgewachsenen Schweizers auf 2,75 Milliarden Franken. Auch in der Boulevard-Presse taucht sein Name regelmässig auf. Seine Tochter Nina ist mit Prinz Philippos von Griechenland und Dänemark verheiratet. Wie letzte Woche bekannt wurde, ist das Paar vor Kurzem Eltern geworden. Sohn Kimon Thomas Konstantinos kam im Juli in den USA mithilfe einer Leihmutter zur Welt.

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