Bei ResponsAbility kommt es zu einem wichtigen Abgang. Wie ein Sprecher auf Anfrage schreibt, habe sich Stephanie Bilo entschieden, das Unternehmen zu verlassen. Für sie sei der richtige Zeitpunkt gekommen, das nächste Kapitel ihrer beruflichen Laufbahn aufzuschlagen. Sie werde ResponsAbility während einer Übergangsphase weiterhin unterstützen, während die Suche nach ihrer Nachfolge laufe.
Stephanie Bilo stiess vor sieben Jahren zur Zürcher Investmentboutique, die damals noch stark von ihren Gründern und den Ankeraktionären wie dem C&A-Erben Stephen Brenninkmeijer geprägt war.
Bei dem 2003 gegründeten Investor dürfte damals noch ein Groove geherrscht haben, der eher an eine NGO erinnerte als an einen Finanzinvestor. Der Purpose war mindestens so wichtig wie die Renditen aus den Investments in Entwicklungsprojekte. Die Anstellung von Stephanie Bilo, die zuvor im Derivatebereich für Finanzkonzerne wie JP Morgan und Morgan Stanley gearbeitet hatte, war kein selbstverständlicher Fit für die Boutique. Es gab Unruhe im Unternehmen, Mitarbeiter sprachen von Kulturkämpfen, es kam zu Kündigungen.
Im Jahr 2022 wurde ResponsAbility vom britischen Asset Manager M&G übernommen. Damals sagte Bilo in einem Interview mit Tippinpoint, dass sie sehr glücklich über die Zusammenarbeit sei. Ausserdem würde der neue Besitzer die Zürcher Boutique «unabhängig» lassen. Doch als M&G Ende 2025 mit Nadia Nikolova eine CEO implementierte, muss das für Stephanie Bilo ein Dämpfer gewesen sein. Bilo wurden stets CEO-Ambitionen nachgesagt.
Das Ende der Unabhängigkeit
Mit der Unabhängigkeit scheint es allmählich vorbei zu sein. M&G führt ihre Zürcher Boutique zunehmend enger. So werden die Produkte von ResponsAbility besser mit der Vertriebsplattform von M&G verzahnt, um so Doppelspurigkeiten im Sales auszumerzen. Für Bilo als Chief Client & Investment Solutions Officer wird dadurch der Gestaltungsspielraum kleiner.
Ihr Weggang ist somit keine wirkliche Überraschung. Wie viele Stellen im Zuge der engeren Anbindung an die Konzernmutter in Zürich verloren gehen, ist Gegenstand von Spekulationen. Inside Paradeplatz schrieb letzte Woche von einem Abbau von insgesamt 70 Stellen von total 200.
Nadia Nikolova, CEO von ResponsAbility, sagt zur Personalie: «Stephanie hat das Wachstum und die Entwicklung von ResponsAbility massgeblich mitgeprägt. Dazu gehört auch ihr Beitrag zum Ausbau der Assets under Management von rund 3 Milliarden auf 6 Milliarden US-Dollar. Sie hat unsere Beziehungen zu Kunden und Partnern vertieft und die erfolgreiche Übernahme von ResponsAbility durch M&G unterstützt.»
Zuletzt habe sie eine wichtige Rolle beim Ausbau unserer Klima-Investmentplattform gespielt, so Nikolova weiter. «Wir sind ihr für ihren langjährigen Beitrag und ihr Engagement sehr dankbar und wünschen ihr für den nächsten Abschnitt ihrer beruflichen Laufbahn viel Erfolg.»