Nach 500-Millionen-Klage nimmt Graubündner KB die BZ Bank an die Kandare

Die Ostschweizer Kantonalbank nimmt bei der BZ Bank strategische und organisatorische Veränderungen vor. Sie will ihrer Tochter künftig besser auf die Finger schauen können.

Nach 500-Millionen-Klage nimmt Graubündner KB die BZ Bank an die Kandare
Sorgt für Wirbel bei der GKB: Investor Remo Stoffel. (Foto: Screenshot SRF)

Mit den Halbjahreszahlen gibt die Graubündner Kantonalbank auch eine Veränderung ihrer Beteiligungsstrategie bekannt. Dabei soll die Positionierung der BZ Bank «geschärft» und personell umgebaut werden. 

Künftig will die Konzernmutter ihre 100-prozentige Tochter verstärkt als Spezialistin für aktienbasierte Lösungen positionieren. Die Research- und Anlagekompetenz soll die BZ Bank insbesondere für die Einzeltitelselektion in Kundenportfolios sowie für das Management eigener Themenfonds nutzen, heisst es in der Mitteilung. Die GKB übernehme neu zusätzliche Aufgaben für die BZ Bank und schaffe damit Synergien in den Bereichen Finanzen & Controlling und im Risk Management.

Damit einher gehen Veränderungen im Verwaltungsrat und in der Geschäftsleitung der BZ Bank: Stefan Sigron verlässt per 30. September 2026 den dreiköpfigen Verwaltungsrat. Er wird ersetzt durch Michèle Hess, Mitglied des Bankrats der GKB. CEO Marc Schurter und Peter Rebsamen, Leiter Investment Funds (CIO), sollen künftig den «Kern der Geschäftsleitung» der BZ Bank bilden und die operative Umsetzung der Strategie verantworten. 

Per 1. September soll zudem der frühere Swisspartners-Legal-Counsel Thomas Kostkiewicz als neuer Chief Risk Officer in die Geschäftsleitung einziehen. Dieter Göldi, bisher Chief Financial Officer, verlässt die BZ Bank Ende August 2026. Die Finma muss den Neubesetzungen noch zustimmen. 

Remo Stoffel mit Megaklage

Im Mai wurde bekannt, dass der bekannte Schweizer Investor Remo Stoffel die GKB mit einer Klage im «mittleren dreistelligen Millionenbereich» eingedeckt hat. Die Klage richtet sich gegen die BZ Bank, gegen ehemalige und aktuelle Organe der BZ Bank sowie gegen die GKB. Der Kläger wirft der Bank und den Organen «Pflichtverletzungen» vor.

Anfang Juni kam es zu einer ersten Schlichtungsverhandlung vor dem Vermittleramt Höfe im Kanton Schwyz, wo die BZ Bank ihren Sitz hat. Dabei konnte keine Einigung erzielt werden. Darauf hat Remo Stoffel angekündigt, eine Klage beim zuständigen Zivilgericht einzureichen.

Die BZ Bank Aktiengesellschaft wurde 1985 von Martin Ebner gegründet. 2022 kaufte die GKB 70 Prozent der Bank auf, Anfang 2025 die restlichen 30 Prozent. Verwaltungsratspräsident der BZ Bank ist der frühere GKB-Finanzchef Andreas Lötscher. An der Spitze der GKB steht seit 2025 der frühere Raiffeisen-Chef Heinz Huber. Dieser löste Peter Fanconi ab, der ein Jahr früher als vorgesehen zurücktrat. Fanconi war seit 2014 Verwaltungsratspräsident der GKB und ist wegen Verstrickungen im Zusammenhang mit René Benko unter Druck geraten.


GKB erzielt Rekordergebnis und verliert Kundengelder

Die Kantonalbank hat im ersten Halbjahr 2026 den Konzerngewinn um 18,2 Prozent auf 137,2 Millionen Franken gesteigert und damit das beste Halbjahresergebnis ihrer Geschichte eingefahren. Der Geschäftsertrag kletterte um 11,2 Prozent auf 286,3 Millionen Franken. Die Nettogeldabflüsse von einer Milliarde Franken seien auf Abflüsse bei institutionellen Kunden der Tochtergesellschaften. Aufgrund des erfolgreichen ersten Semesters erhöht die GKB den Ausblick und erwartet für 2026 einen Gewinn über dem Vorjahr.

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