UBS entliess Subalterne – der Chef der Hotspot-Region Ostschweiz wurde befördert

Nach den Millionenverlusten mit hochriskanten Dollar-Derivaten mussten mehrere Kundenberater gehen. Anders erging es zwei verantwortlichen Kaderleuten: Sie blieben im Amt – einer wurde inzwischen sogar befördert.

UBS entliess Subalterne – der Chef der Hotspot-Region Ostschweiz wurde befördert
White Turf auf dem St. Moritzersee. (Bild: Instagram)

Es waren Produkte, deren Risiken UBS-intern kaum jemand richtig durchschaute: die sogenannten Range Target Profit Forwards (RTPFs). Spezialisten der Investmentbank konstruierten diese hochkomplexen Derivate, die auf einem Währungspaar oder dem Edelmetall Gold basierten. Eigentlich ausschliesslich für professionelle Kunden gedacht, wurden sie von der UBS in der Tiefzinsphase zunehmend bei vermögenden Privatkunden vertrieben – als Liquiditätsersatz.

Weil Range Target Profit Forwards enorme Erträge für die UBS generierten, wurden sie schweizweit im Wealth-Kanal gepusht – es gab Verkaufsveranstaltungen von Rorschach bis Genf, bei denen UBS-Kundenberater die Produkte anpriesen. Besonders stark wurden die Derivate jedoch in der Ostschweiz abgesetzt – ein eigentlicher Hotspot war dabei St. Moritz, wo besonders viele Kunden in die Produkte investierten.

Die UBS-intern als FX-OTCs (Foreign Exchange Over the Counter) beschriebenen Produkte lösten mit der Zollankündigung von Donald Trump im April 2025 riesige Verluste in den Portfolios der Kunden aus. Die frühere Starregion Ostschweiz wurde zum Paria innerhalb der UBS – in der Folge entliess die UBS mehrere Kundenberater. Diese sehen sich als Bauernopfer und wollen ihre Kündigungen anfechten, wie Tippinpoint berichtete.

Jede Woche gab es Excel-Files mit allen Positionen

Sie haben das ausgeführt, was intern vorgegeben wurde. Interessant ist, dass die UBS mehrere wichtige Kaderleute im Wealth Management von Sanktionen verschont hat. So sind der damalige Region Head Ostschweiz, R. F., und der Desk Head in St. Moritz, G. T.*, weiterhin bei der Grossbank beschäftigt.

Die beiden Manager waren stets im Bild darüber, was sich in den Portfolios der Kunden abspielte. Gemäss Recherchen erhielt der Regionenleiter jede Woche eine Excel-Liste von der Investmentbank, in der sämtliche offenen Positionen bei den FX- und Gold-OTC-Produkten aufgeführt waren. Zudem erhielt er Übersichten, in denen die Margin-Belastung und der sogenannte Lending Value jedes einzelnen Kunden vermerkt waren.

Als Regionenleiter gehörte R. F. zudem zur Gruppe der sogenannten Key Risk Taker (Risikoträger) innerhalb der Bank. Die UBS beschreibt Key Risk Taker als Mitarbeitende, die «aufgrund ihrer konkreten Rolle wesentliche Unternehmensressourcen festlegen, einsetzen oder kontrollieren und/oder einen erheblichen Einfluss auf das Gesamtrisikoprofil der Bank ausüben». Dazu gehören neben der Konzernleitung auch hunderte obere Kaderleute und Top-Verdiener.

Sitz der UBS in St. Moritz. (Foto: Wikipedia)

Gemäss Linkedin war R. F. ab November 2023 «Head Wealth Management Eastern Switzerland» und damit für die Derivate-Boomregion zuständig. G. T. wiederum war als Leiter der vermögenden Kunden in der Filiale in St. Moritz tätig und beriet selbst auch direkt Kunden mit Dollar-Derivaten.

Zum Head Wealth Planning Switzerland befördert

Im Zuge der Verwerfungen rund um die FX-OTC-Produkte nahm R. F. im Frühling 2025 eine Auszeit. G. T. wurde stellvertretender Region Head. Medienberichte, wonach R. F. die UBS verlassen müsse, erwiesen sich später als falsch. Vielmehr kehrte er in die Bank zurück und übernahm die Leitung der internen FX-OTC-Taskforce. Diese Taskforce hatte den Zweck, die Entschädigungen von Kunden zu koordinieren.

Im Januar 2026 stieg R. F. zum Head Wealth Planning Switzerland auf, wie auf seinem LinkedIn-Profil nachzulesen ist. R. F. rapportiert heute direkt an August Hatecke, den Chef des Wealth Management Schweiz, und an Anna Brugnoli, Head Wealth Planning & UHNW Advisory. Weiterhin fest im Sattel ist auch G. T., der nach wie vor Head Wealth Management im Nobelort St. Moritz ist.

Eine Sprecherin der Grossbank lehnte eine Stellungnahme ab.

*Namen der Redaktion bekannt.

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