Die in der Schweiz kaum bekannte US-Newsplattform Semafor hat das Gerücht verbreitet, dass die UBS Gespräche wiederaufgenommen habe, den Sitz der Bank aus der Schweiz herauszuverlagern. Dies ginge am schnellsten mit einem Zusammenschluss mit einer anderen Bank.
Konkret heisst es in dem kurzen Newsartikel:
The senior leadership of UBS has revived discussions about ways to move the bank out from under Swiss regulators’ heavy hand, including through a combination with a foreign bank, after a setback this week, people familiar with the matter said.
Mehr hat Semafor nicht.
In einer Einschätzung zu ihrer eigenen Spekulation schreibt Autorin Liz Hoffmann: Eine Fusion wäre für die UBS der naheliegendste Weg, ihren Sitz ausserhalb der Schweiz zu verlegen. Doch es gebe Komplikationen: Ihre Bilanzsumme von 1,7 Billionen US-Dollar und ihr Marktwert von 146 Milliarden US-Dollar schränkten die Zahl der potenziellen Partner ein.
Ein Zusammenschluss mit einer ausländischen Bank – «vielleicht» mit Morgan Stanley, die schon lange ein Auge auf die UBS und ihre Vermögensverwaltungskonten im Wert von 7 Billionen Dollar geworfen habe – würde einen «dramatischen, ungestümen» Ausstieg ermöglichen. Und den Chairman der UBS, Colm Kelleher, wieder mit seinem alten Arbeitgeber «vereinen». Standard Chartered und die Deutsche Bank wären «kostengünstigere» Alternativen, spekuliert die Autorin in ihrer Story.
Semafor steht der Wall Street und ihren Exponenten nahe. Die Site, die 2022 gegründet wurde, wird von einigen der bekanntesten Köpfe der Finanzbranche finanziert. Zu den prominentesten Geldgebern gehören unter anderem Henry Kravis, Co-Gründer von KKR, David Rubenstein, Mitbegründer der Carlyle Group, und Jorge Paulo Lemann, Gründer von 3G Capital.
Der Beitrag erinnert an eine Story des New Yorker Revolverblatts «New York Post» vor einem Jahr. Der Schweizer Bankengigant nähere sich «dem historischen Schritt, die Schweiz zu verlassen», schrieb Reporter Charles Gasparino und sprach von einer «drastischen» Massnahme, die als Reaktion auf die «übermässigen regulatorischen Auflagen» der Schweiz und das «aggressive Umwerben der Trump-Regierung» zu verstehen sei.
Wie meist bei Wegzugsdrohungen bleibt es bei Drohungen. Im Fall der Schweizer Grossbanken war es bisher mindestens vier.