Rainer-Marc Frey holt Gefolgsleute in den Leonteq-Verwaltungsrat

Die Derivate-Boutique soll mit Andreas Casutt und Reto Suter zwei Verwaltungsräte erhalten, die enge Verbindungen zum Grossaktionär haben. Zudem stellt Rainer-Marc Frey umstrittene Anträge für die nächste a.o. Generalversammlung.

Rainer-Marc Frey holt Gefolgsleute in den Leonteq-Verwaltungsrat
Rainer-Marc Frey. (Foto: David McIntyre/Crossroads Foundation Ltd.)

Jetzt sind die Würfel gefallen. Der Verwaltungsrat von Leonteq hat Andreas Casutt als neuen Präsidenten nominiert. Er wird die Nachfolge von Christopher Chambers antreten, der wie bereits angekündigt aus dem Verwaltungsrat ausscheiden wird. Der bisherige Kandidat, Felix Oegerli, habe beschlossen, sich auf seine künftige Rolle als bedeutender Minderheitsaktionär zu konzentrieren, und werde nicht zur Wahl antreten, wie die Derivate-Boutique Leonteq in einer Mitteilung schreibt.

Andreas Casutt ist Anwalt der Kanzlei Niederer Kraft Frey und war gemäss Lebenslauf noch nie in Organfunktion einer Finma-regulierten Gesellschaft. Hingegen war er von 2010 bis 2026 Mitglied des Verwaltungsrats der Siegfried Holding.

Rainer-Marc Frey und Casutt kennen sich gut. Als der Investor im Jahr 2010 Grossaktionär bei Siegfried wurde, liess er sich indirekt durch seinen Vertrauten Andreas Casutt vertreten. Ebenfalls neu in den Leonteq-VR einziehen soll Reto Suter. Auch er ist ein Mann mit Siegfried-Hintergrund. Von 2017 bis 2026 war er Chief Financial Officer des Pharma-Zulieferers.

Philippe Le Baquer, seit 2021 Mitglied des Verwaltungsrats von Leonteq, wird nach der ausserordentlichen Generalversammlung das Amt des Vizepräsidenten des Verwaltungsrats übernehmen. In dieser Funktion tritt er die Nachfolge von Philippe Weber an, der seit 2020 als Vizepräsident und Mitglied des Verwaltungsrats tätig war.

Umfassendes Rückkaufprogramm

Für die auf den 21. September angekündigte ausserordentliche Generalversammlung hat Rainer-Marc Frey zudem mehrere Anträge eingereicht. Zum einen soll der Verwaltungsrat beauftragt werden, ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von maximal 5'000'000 Namenaktien mit einem Nennwert von je 1.00 Franken und einem maximalen Anschaffungswert von 100'000'000 Franken aufzulegen. Das Programm soll über eine separate Handelslinie im Zeitraum zwischen der ausserordentlichen Generalversammlung im Herbst 2026 und Ende Juni 2028 durchgeführt werden. Der Verwaltungsrat gibt keine Empfehlung zu diesem Geschäft ab. 

Zum zweiten hat Rainer-Marc Frey, der 23,3 Prozent der Leonteq-Aktien hält, zudem einen Antrag auf Änderung der Statuten eingereicht. Die Mitglieder des Verwaltungsrats sollen zusätzlich zur fixen Vergütung eine variable Vergütung in Form von Beteiligungspapieren der Gesellschaft erhalten können. Gemäss dem Antrag soll sich die variable Vergütung nach der Entwicklung des Aktienkurses der Gesellschaft richten.

Interessant ist, dass der Verwaltungsrat sich gegen den zweiten Vorschlag stellt. Die vorgeschlagenen Änderungen würden eine variable, leistungsabhängige Vergütungskomponente für die Mitglieder des Verwaltungsrats einführen, was nicht im Einklang mit den Best-Practice-Grundsätzen für die Vergütung von nicht-exekutiven Verwaltungsratsmitgliedern börsenkotierter Schweizer Unternehmen stehe. 

Die Zeiten in der Führungsetage von Leonteq stehen somit weiterhin auf Sturm. 

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