In Liechtenstein herrscht seit dem Cyberangriff von Ende Juli grosse Verunsicherung. Bekannt ist lediglich, dass vermutlich professionelle Täter eine fehlerhafte Berechtigungslogik ausnutzten, um sich Zugang zum Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen zu verschaffen. Doch von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Inzwischen soll Liechtenstein bei Behörden in der Schweiz, Deutschland und den USA um Hilfe gebeten haben.
Bisher gab es kaum Informationen zum IT-System, auf dem das Register basiert. Wie der SonntagsBlick schreibt, soll das Produkt von der Liechtensteiner Firma Aviita stammen. Die IT-Schmiede wiederum sei eng mit der First Advisory Group verbunden. Dabei handelt es sich um eine der grossen Treuhandgruppen Liechtensteins, die durch den bekannten Treuhänder Herbert Batliner geprägt worden war. So soll das Compliance-Tool AviOne zusammen mit und für die Treuhandgruppe entwickelt worden sein.
Die Liechtensteiner Regierung und Aviita wollen ihre Zusammenarbeit gegenüber dem SonntagsBlick weder bestätigen noch dementieren. Aviita-CEO Viktor Frick sagt, sein Unternehmen sei ein Softwarehersteller, der Software entwickle und diese branchenüblich durch entsprechende Updates warte. Aviita würde grundsätzlich keinerlei Daten ihrer Kunden auf ihren Systemen halten.