Nach Dollar-Derivate-Debakel: UBS-Manager wechselt still in neue Rolle

Die Aufarbeitung der Dollar-Derivate zieht bei der UBS offenbar personelle Konsequenzen nach sich. Ein Mitglied der Schweizer GWM-Geschäftsleitung wechselte Anfang August in eine EMEA-Funktion.

Nach Dollar-Derivate-Debakel: UBS-Manager wechselt still in neue Rolle
Foto Claudio Schwarz / Unsplash

Die Aufräumarbeiten nach dem Derivate-Debakel beschäftigen die UBS weiterhin. Kürzlich wechselte ein Mitglied der Schweizer Geschäftsleitung des Global Wealth Management in eine neue Rolle. S.B. war Head Advisory & Sales Wealth Management Switzerland. Anfang August wechselte er in eine EMEA-Funktion, wie seinem LinkedIn-Profil zu entnehmen ist.

Gemäss Quellen steht dieser Wechsel im Zusammenhang mit dem Skandal um Dollar-Derivate, die mehreren Hundert Kunden in der Schweiz Verluste eingebrockt haben. Die intern als FX-OTC bezeichneten Produkte verursachten riesige Löcher in den Depots von Schweizer UBS-Kunden, als Donald Trump im April 2025 im Garten des Weissen Hauses seine Zollankündigungen machte. Der Dollar sackte ab – wodurch die Untergrenzen bei den Produkten gerissen wurden, was eine Kettenreaktion von Verlusten auslöste.

Die UBS vermarktete die Produkte unter der Bezeichnung Range Target Payout Forward. Als Head Advisory & Sales Wealth Management Switzerland hatte S.B. eine wichtige Rolle bei der Selektion und der Orchestrierung des Verkaufs dieser margenträchtigen Papiere.

Ertragsplus von 27 Prozent

Gemäss eigener Beschreibung bestand seine Aufgabe in der «Betreuung des gesamten Anlageprozesses für Kunden im Bereich Wealth Management Schweiz, vom CIO über die Investmentbank und das Asset Management bis hin zur Umsetzung des Portfolios für den Kunden». Als Mitglied der Schweizer GWM-Geschäftsleitung rapportierte er direkt an August Hatecke, der wiederum an GWM-Co-Chef Iqbal Khan und Schweiz-Chefin Sabine Keller-Busse berichtete.

Wie S.B. ebenfalls schreibt, erzielte er in seinem Bereich beim Active Advisory Schweiz ein Ertragsplus von 27 Prozent durch den «Aufbau einer fokussierten Vertriebsorganisation bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung strenger Risikomanagementpraktiken».

Die Rolle in der Schweiz übernahm er im Juli 2024, nachdem er zuvor Head Active Advisory bei UBS EMEA gewesen war. Trotz des ausgewiesenen Erfolgs wechselte er im August wieder in eine EMEA-Rolle. Seither ist er Head Advisory Specialists Europe, Middle East & Africa (EMEA).

Finma-Untersuchung noch nicht abgeschlossen

Gemäss Quellen hat die Finma ihre Untersuchungen im Zusammenhang mit den FX-Derivaten noch nicht abgeschlossen. Die laufenden Untersuchungen könnten ein Grund dafür sein, dass höhere Kader im Derivate-Fall weiterhin bei der Bank beschäftigt sind.

Hintergrund ist, dass die Finma in der Regel nur Personen zu Befragungen aufbieten kann, solange diese beim untersuchten Institut beschäftigt sind. Die Finma könnte also darauf drängen, dass Manager bei der Bank bleiben, so lange die Untersuchungen laufen. Das wäre eine Erklärung, weshalb betroffene Manager während laufender Untersuchungen zunächst bei der Bank bleiben.

Die UBS nimmt zur Rollenänderung von S.B. keine Stellung. Die Finma schreibt auf Anfrage, dass sie sich gemäss den geltenden Regeln und ihrer Praxis weder zu ihrer Aufsichtstätigkeit in Einzelfällen noch zu allfälligen Untersuchungen und Verfahren äussert.

Bisher hat die Bank sieben Mitarbeitende im Zusammenhang mit der FX-Derivate-Pleite entlassen. Wie Tippinpoint berichtete, bereiten betroffene Mitarbeiter Klagen gegen die UBS vor. Dabei handelte es meist um Kundenberater ohne Führungsrollen. Vorgesetzte blieben im Amt oder wurden befördert.

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