Pech mit dem Sponsor, Glück im Spiel. Gestern gelang dem HCD ein glücklicher 5:4-Heimsieg im Playoff-Final gegen Fribourg. Das Zondacrypto-Stadion tobte, besser bekannt als die Eishalle Davos. Jetzt fehlt dem Rekordmeister nur noch ein Sieg für die Meisterschaft.
Dem Sponsor dagegen, beziehungsweise zu viele Kunden der Kryptoplattform hingegen, ist kaum zum Feiern zumute. Die Börse, die vor allem in Osteuropa aktiv ist, aber auch Kunden in der Schweiz ansprach, ist vom Netz. Die Website von Zondacrypto ist seit Donnerstag nicht mehr aktiv. Auch der Zugriff aus der Schweiz funktioniert nicht mehr.
Bereits länger haben die Kunden keinen Zugriff mehr auf die Bestände ihrer Kryptos, wie tippinpoint berichtete. Gründer und Chef von Zondacrypto, Przemysław Kral, wies zunächst Liquiditätsprobleme vehement zurück. Doch inzwischen scheint erhärtet, dass die Börse auf ausgewiesene Krypto-Bestände gar nie Zugriff hatte, weil die entsprechenden Schlüssel fehlten.
Inzwischen scheint sich auch Przemysław Kral abgesetzt zu haben. Nach Recherchen mehrerer Medien soll sich der Investor nach Israel abgesetzt haben. Der gebürtige Pole besitzt seit rund einem Jahr auch die israelische Staatsbürgerschaft, heisst es.
Grösster Finanzskandal des Jahrzehnts
Der Fall Zondacrypto hat sich in Polen zu einer Staatsaffäre entwickelt. «Wäre eine Bank betroffen, würden wir vom grössten Finanzskandal des Jahrzehnts sprechen. Und wäre ein Investmentfonds betroffen, würden wir von einem grossen Betrug sprechen», sagte Finanzminister Andrzej Domański gemäss Medienberichten.
Wie die Tageszeitung «Rzeczpospolita» berichtet, sollen Anteile von Zondacrypto an drei in den Vereinigten Arabischen Emiraten registrierte Gesellschaften übertragen worden sein. Diese würden wiederum von Firmen aus Luxemburg kontrolliert, die einem gewissen Sylwester Suszek gehören sollen. Er ist der Gründer der Börse, der vor ein paar Jahren unter mysteriösen Umständen verschwand.
Alle drei mit Zondacrypto verbundenen Gesellschaften in Dubai seien über anonyme Treuhänder gegründet worden, heisst es weiter. Wie «Rzeczpospolita» vermutet, würden solche Schemata häufig auf russische Oligarchen hindeuten, die so versuchen, internationale Sanktionen zu umgehen.

