Ideales Timing ist es nicht. Der Verband Asset Management Switzerland (AMAS) stellt in seiner jährlichen Branchenstudie die Privatmärkte ins Zentrum. Die Private Markets, also Private Equity und Debt, werden als Wachstumstreiber der kommenden Jahre für die Branche bezeichnet. Investoren würden verstärkt nach Diversifikation, Widerstandsfähigkeit und langfristiger Wertschöpfung suchen, heisst es in der Untersuchung.
«Private Markets und technologiegetriebene Transformation werden eine Schlüsselrolle für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Asset Managements spielen», sagt Norman Karrer, Managing Partner der Beratungsfirma Zeb, die die Studie im Auftrag der AMAS durchführte.
Doch spätestens mit dem epochalen Kurssturz der Aktien von Partners Group von letzter Woche sind die Risiken der Private Markets zu einem Mainstream-Thema geworden. Plötzlich kreisen die Diskussionen um Liquiditätsrisiken nicht mehr nur um Performancezahlen, wenn Anleger über Evergreen-Funds sprechen. Tatsächlich sehen die in der Studie Befragten die illiquide Natur von Private Markets als das grösste Hindernis in der Produktdistribution. Aus Produktionssicht kommt das Liquiditätsmanagement an zweiter Stelle der grössten Herausforderungen.
Am ganzen Asset-Management-Kuchen macht die Anlageklasse der Private Markets mit einem Volumen von 381 Milliarden rund 13 Prozent aus. Dieser Anteil ist seit mehreren Jahren konstant. Weniger als die Hälfte ist in Private-Equity-Strukturen angelegt, dann kommen Rohstoffe, Infrastruktur und Private Debt. Spezialitäten wie CAT Bonds und Hedge-Funds befinden sich in Nischen.
2025 – ein Spitzenjahrgang
Schaut man aufs ganze Bild, gehört 2025 zu den erfolgreichen Jahren. Die in der Schweiz verwalteten Vermögen stiegen um 8,2 Prozent auf den Rekordwert von 3,73 Billionen Franken. Damit behauptet die Schweiz ihre Position als drittgrösster Asset-Management-Standort Europas hinter Grossbritannien und Frankreich. Die Studie macht allerdings deutlich, dass das Wachstum weiterhin stark von der Entwicklung der Finanzmärkte abhängt.
Der globale Technologie- und KI-Boom habe einen wesentlichen Beitrag zum Vermögensanstieg geleistet. Gleichzeitig nehmen Margendruck, Betriebskosten und regulatorische Anforderungen zu. Nach Ansicht der Autoren werden deshalb internationale Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Nettoneugeldzuflüsse für die Branche immer wichtiger.

