Analystenprognosen
Die notorisch optimistischen Bankanalysten rechnen mit einem Rekordgewinn im ersten Quartal. Zwei Einheiten sollen dabei besonders gute Zahlen liefern.
28. April 2026 • Beat Schmid

Der Konsens der Analysten geht fürs ersten Qartal 2026 von einem Vorsteuergewinn auf Gruppenebene von über 3 Milliarden Dollar aus. So viel war es noch nie in einem ersten Quartal. Im Schnitt erwarten die Analysten in allen Einheiten eine deutliche Zunahme des Vorsteuergewinns. Die stärksten Zuwächse bei den Erträgen werden im Asset Management (plus 83 Prozent) sowie im Schweizer Corporate- und Retail-Banking (plus 26 Prozent) erwartet. Danach folgen das Global Wealth Management (22,8 Prozent) und die Investmentbank (plus 17,9 Prozent). Die UBS wird ihren Zahlen morgen Mittwoch präsentieren.

Die wichtigsten Treiber der guten Prognosen sind neben den steigenden Erträgen (plus 5,4 Prozent auf Gruppenstufe) auch die sinkenden Kosten (minus 2,5 Prozent) infolge der Integration der Credit Suisse. Dadurch soll die Cost-Income-Ratio von 82 auf 76 Prozent sinken – ein Rückgang um sechs Prozentpunkte. Die Bank wird deutlich profitabler, was sich positiv auf die Aktienkursprognosen auswirkt.

Zuletzt haben sich die Analysten mit optimistischen Prognosen übertroffen. Die Bank of America rechnet mit einem Kurs von 46 Franken. Der Analyst von Jefferies setzt noch einen obendrauf und sieht sogar ein Kursziel von 55 Franken. Aktuell liegt die UBS-Aktie bei rund 33 Franken.

IT-Abbau als Gewinnbooster

Blickt man weiter in die Zukunft, zeigt sich immer deutlicher, dass sich die Integration der Credit Suisse für die Aktionäre der Bank allmählich auszahlt. Die Beseitigung von Doppelspurigkeiten und die Stilllegung von IT-Systemen dürften sich als Gewinnbooster erweisen. Im März wurde mit dem Rückbau der Systeme begonnen.

Für das laufende Jahr erwarten die Analysten im Schnitt einen Vorsteuergewinn von 12,2 Milliarden Dollar. In den folgenden Jahren soll dieser weiter steigen und 2028 bei 17,4 Milliarden Dollar liegen, wenn man den Prognosen Glauben schenkt. Der Reingewinn soll dann 13,4 Milliarden Dollar erreichen. Während die Erträge in diesem Zeitraum um rund 3 Milliarden Dollar wachsen sollen, erwarten die Analysten einen unveränderte Kostenbasis von 36 Milliarden Dollar.

In den Jahren vor der CS-Integration wies die UBS in guten Jahren einen Gewinn von über 7 Milliarden Dollar aus. Mit dem CS-Booster unter der Motorhaube gelingt es der Bank nun, ihren Gewinn zu verdoppeln. Ist das gut oder schlecht? Angesichts der einst angekündigten Kosteneinsparungen von 13,5 Milliarden Dollar hätte man durchaus eine stärkere Gewinnsteigerung erwarten können.

MEHR ZUM THEMA


Vom Wesen des Kompromisses bei der Regulierung der UBS

Der Duden definiert den Kompromiss als Übereinkunft durch gegenseitige Zugeständnisse. Warum eine solche bei den Lehren aus dem Untergang der Credit Suisse bisher nicht zustande kam, liegt weniger am fehlenden Mut des Bundesrats, als an der mit Zähnen und Klauen vertretenen Position der UBS.
27. April 2026

Rechnet sich jetzt ein Wegzug für die UBS überhaupt noch?

Der Bund hat die Schrauben im Eigenkapitalregime gelockert. Das senkt den zusätzlichen Kapitalbedarf deutlich – und dämpft zugleich den Anreiz, den Sitz ins Ausland zu verlegen.
23. April 2026

Die Würfel sind gefallen: Bund lässt 20-Milliarden-Kapitalhammer auf die UBS niedersausen

Wie erwartet bleibt der Bundesrat bei den Tochtergesellschaften hart – und krebst bei der Eigenkapitalqualität fast vollständig zurück.
22. April 2026

Sergio Ermotti soll noch «bis weit ins Jahr 2027» UBS-Chef bleiben

Es verdichten sich die Anzeichen, dass Ermotti länger im Amt bleibt als geplant – auch mangels geeigneter interner Kandidaten, wie Reuters berichtet.
15. April 2026