Der Konsens der Analysten geht fürs ersten Qartal 2026 von einem Vorsteuergewinn auf Gruppenebene von über 3 Milliarden Dollar aus. So viel war es noch nie in einem ersten Quartal. Im Schnitt erwarten die Analysten in allen Einheiten eine deutliche Zunahme des Vorsteuergewinns. Die stärksten Zuwächse bei den Erträgen werden im Asset Management (plus 83 Prozent) sowie im Schweizer Corporate- und Retail-Banking (plus 26 Prozent) erwartet. Danach folgen das Global Wealth Management (22,8 Prozent) und die Investmentbank (plus 17,9 Prozent). Die UBS wird ihren Zahlen morgen Mittwoch präsentieren.
Die wichtigsten Treiber der guten Prognosen sind neben den steigenden Erträgen (plus 5,4 Prozent auf Gruppenstufe) auch die sinkenden Kosten (minus 2,5 Prozent) infolge der Integration der Credit Suisse. Dadurch soll die Cost-Income-Ratio von 82 auf 76 Prozent sinken – ein Rückgang um sechs Prozentpunkte. Die Bank wird deutlich profitabler, was sich positiv auf die Aktienkursprognosen auswirkt.
Zuletzt haben sich die Analysten mit optimistischen Prognosen übertroffen. Die Bank of America rechnet mit einem Kurs von 46 Franken. Der Analyst von Jefferies setzt noch einen obendrauf und sieht sogar ein Kursziel von 55 Franken. Aktuell liegt die UBS-Aktie bei rund 33 Franken.
IT-Abbau als Gewinnbooster
Blickt man weiter in die Zukunft, zeigt sich immer deutlicher, dass sich die Integration der Credit Suisse für die Aktionäre der Bank allmählich auszahlt. Die Beseitigung von Doppelspurigkeiten und die Stilllegung von IT-Systemen dürften sich als Gewinnbooster erweisen. Im März wurde mit dem Rückbau der Systeme begonnen.
Für das laufende Jahr erwarten die Analysten im Schnitt einen Vorsteuergewinn von 12,2 Milliarden Dollar. In den folgenden Jahren soll dieser weiter steigen und 2028 bei 17,4 Milliarden Dollar liegen, wenn man den Prognosen Glauben schenkt. Der Reingewinn soll dann 13,4 Milliarden Dollar erreichen. Während die Erträge in diesem Zeitraum um rund 3 Milliarden Dollar wachsen sollen, erwarten die Analysten einen unveränderte Kostenbasis von 36 Milliarden Dollar.
In den Jahren vor der CS-Integration wies die UBS in guten Jahren einen Gewinn von über 7 Milliarden Dollar aus. Mit dem CS-Booster unter der Motorhaube gelingt es der Bank nun, ihren Gewinn zu verdoppeln. Ist das gut oder schlecht? Angesichts der einst angekündigten Kosteneinsparungen von 13,5 Milliarden Dollar hätte man durchaus eine stärkere Gewinnsteigerung erwarten können.

