Die Schlagzeilen waren vernichtend: Es war von Chaos und Abzocke die Rede, von einem «Hype, der auch nicht weiterhilft», wie die Süddeutsche Zeitung schrieb. Ein paar Tage später stellt man fest: Die Uhr scheint weiterhin zu faszinieren.
Ein Leserreporter erwischte am Dienstagmorgen um 7.41 Uhr Uhrenfans auf Campingstühlen vor dem Swatch-Shop beim früheren Jelmoli an der Bahnhofstrasse – über zwei Stunden vor Ladenöffnung. Einige schienen dort übernachtet zu haben.
In der Stadt scheint die Uhr weiterhin Gesprächsthema zu sein. «Wenn es keine lange Schlange hat, werde ich mir auch eine kaufen», sagt ein junger Banker, der mit einem Kollegen am Paradeplatz ins Tram steigt und Richtung Swatch-Laden gondelt.
«Überwältigende» Resonanz
Die von Swatch und Audemars Piguet Mitte Mai lancierte Taschenuhr «Royal Pop» ist für die Chefin des Luxusuhrenkonzerns aus Le Brassus VD ein voller Erfolg. Die Reaktionen auf die Einführung seien «überwältigend ausgefallen», sagte Audemars-Piguet-Chefin Ilaria Resta in einem Interview mit «Bloomberg TV» am Dienstag.
«Unsere Website verzeichnete an nur einem Tag mehr als zehnmal so viele Besucher wie sonst in einem ganzen Jahr», sagte sie. Die von Swatch und Audemars Piguet lancierte Taschenuhr ist dem Design der «Royal Oak» nachempfunden und in limitierter Auflage in acht farbigen Modellen zu einem Preis von 352 Franken erhältlich.
Auch die Aktie der Swatch Group scheint die «Royal Pop» zu beflügeln. In den letzten vier Wochen stieg der Kurs um 17 Prozent auf 211 Franken. Selbst der «Kurs» der Royal Pop scheint sich zu halten: Auf Ricardo werden aktuell Dutzende Modelle zum Kauf angeboten. Meist liegt der Sofortpreis zwischen 800 und 900 Franken.

