Am 27. Februar schritt die Finma ein, entzog der MBaer Merchant Bank die Banklizenz und setzte einen Liquidator ein. Gemäss Einschätzung der Behörde waren die «systematischen Mängel unter den gegebenen Umständen nicht korrigierbar» – die Zwangsschliessung war die Folge. Dieser Schritt kam einem Schock gleich und rückte den Schweizer Finanzplatz international in ein schiefes Licht.
Per Ende 2025 zählte die Bank rund 700 Kunden mit Vermögen von insgesamt 4,9 Milliarden Franken. Weder Eigenkapital- noch Liquiditätsprobleme lagen vor. Dennoch warten die Kunden auch zwei Monate nach der Schliessung weiterhin auf die Auszahlung ihrer Gelder.
Der von der Finma eingesetzte Liquidator, Daniel Staehelin, bestätigt gegenüber Tippinpoint, dass die Kundengelder nach wie vor blockiert sind und bislang keine Überweisungen erfolgt sind.
Keine Transaktionen möglich
Derzeit führen Staehelin und sein Kollege Lukas Bopp – beide von der Basler Kanzlei Kellerhals Carrard – gemeinsam mit einem verbliebenen Rumpfteam der Bank eine erneute KYC-Prüfung der rund 700 Kunden durch. Zwar wurden entsprechende Kontrollen bereits im regulären Bankbetrieb sowie im Rahmen des Enforcementverfahrens vorgenommen, doch werden die Dossiers nun nochmals umfassend überprüft.
Parallel dazu laufen Abklärungen zur künftigen Verwahrung der Kundengelder. Nach Recherchen steht MBaer mit drei Banken in Kontakt, über die die Kundenbeziehungen abgewickelt werden sollen. Staehelin bestätigt dies. Das zentrale Problem: Ohne Banklizenz ist MBaer vom Zahlungssystem ausgeschlossen. Seit Ende Februar kann die Bank keine eigenen Transaktionen mehr ausführen.
Das lange Warten stellt für alle Kunden eine Belastung dar. Besonders betroffen sind jedoch kleinere Firmenkunden, die operativ auf MBaer angewiesen waren. Für Finma und Liquidator hingegen besteht kein unmittelbarer Anreiz, die Abwicklung möglichst rasch und kosteneffizient voranzutreiben. Auf die Frage nach den geschätzten Kosten der Liquidation – etwa ob zwei bis drei Millionen Franken pro Jahr realistisch seien – erklärt Staehelin, dazu derzeit keine Angaben machen zu können.

