«Coopzeitung Mag»
Seit Jahren kritisiert der Grossverteiler den Einkaufstourismus. Jetzt lanciert Coop ein neues Magazin für Millennials. Gedruckt wird es im Ausland.
20. April 2026 • Beat Schmid

Das grenzüberschreitende Einkaufen kostet den Schweizer Detailhandel jedes Jahr Milliarden. Entsprechend scharf fällt die Kritik am Einkaufstourismus aus. Der frühere Coop-Chef Hansueli Loosli sagte einst, wer im Ausland einkaufe, profitiere zwar persönlich, gefährde aber gleichzeitig Arbeitsplätze in der Schweiz. Zusammen mit der Migros setzte sich Coop dafür ein, dass die Grenze für zollfreie Einkäufe von 300 auf 50 Franken gesenkt wurde.

Seither ist die Kritik etwas milder geworden. Zwar hängt der Einkaufstourismus weiterhin wie ein Damoklesschwert über dem Schweizer Detailhandel. Hinzu kommt, dass sich der Euro gegenüber dem Franken zuletzt deutlich abgeschwächt hat. Doch Coop-CEO Philipp Wyss gibt sich demonstrativ gelassen. Man nehme das Thema zwar ernst und modernisiere Filialen in Grenznähe. Einen Umsatzeinbruch spüre man bislang jedoch nicht. «Für ein Sandwich reist niemand nach Deutschland», sagte Wyss.

«Coopzeitung Mag» – printed in Germany

Die gedämpfte Kritik passt zum eigenen Verhalten. Wie Recherchen zeigen, profitiert Coop selbst vom tieferen Preisniveau in Deutschland. Letzte Woche kündigte der Grossverteiler unter anderem ein neues Printmagazin an, das speziell auf eine jüngere Zielgruppe – die Millennials – ausgerichtet ist. Die neue Publikation «Coopzeitung Mag», die vierteljährlich erscheint, wird jedoch nicht in einer Schweizer Druckerei produziert, sondern auf der anderen Seite der Grenze in Deutschland, wo die Kosten tiefer sind.

Ein Coop-Sprecher bestätigt dies gegenüber Tippinpoint: «Der Druck von ‹Coopzeitung Mag› erfolgt bei Vogel Druck in Deutschland.» Die Auflage betrage 350’000 Exemplare. Der Sprecher fügt an, dass die Coopzeitung jede Woche mit über 2’500’000 Exemplaren vollständig in Schweizer Druckereien produziert werde.