Die Privatbank Julius Bär zieht die Schrauben bei den externen Mitarbeitenden an. Wie vertrauliche Quellen berichten, hat die Bank ein Budget bereitgestellt, um sogenannte Contractors zu regulären Mitarbeitenden zu machen. Dadurch wolle die Bank ihre Kosten senken, sagt eine Quelle mit Kenntnissen der Vorgänge.
Die betroffenen externen Angestellten stellt das vor eine harte Entscheidung: «Entweder akzeptierst du das Angebot oder du gehst», sagt eine informierte Quelle. Nehmen die Contractors das Angebot an, müssen sie in der Regel mit Lohneinbussen rechnen. Da das Umfeld für Beratungsdienstleistungen härter geworden ist, haben die betroffenen Externen oftmals keine Wahl – beziehungsweise können sie froh sein, überhaupt ein Angebot zu bekommen.
Die Bank war in den vergangenen Jahren ein guter Kunde von Beratungsfirmen, die ganze Teams in die Bank geschickt haben. Das ändert sich. Oder vielmehr: Es ändert sich wieder. Im Geschäftsjahr 2024 baute die Bank insgesamt 205 Vollzeitstellen ab. Der Stellenabbau wäre noch deutlich stärker ausgefallen, denn die Bank schuf gleichzeitig 184 Vollzeitstellen durch die «Internalisierung von zuvor externen Mitarbeitenden», wie Julius Bär Anfang Jahr mitteilte.
Auch in den Jahren davor hatte die Bank immer wieder Externe fest angestellt. Im Jahr 2023 erhöhte sie die Belegschaft um 535 Vollzeitstellen – 147 davon waren damals explizit auf die «weitere Internalisierung von ehemals externem Personal» zurückzuführen. Auch im Jahr zuvor erklärte die Bank die Erhöhung der Mitarbeiterzahl mit denselben Gründen.
Ewige Contractors bei Julius Bär
Diese Entwicklung setzt sich nun auch im laufenden Jahr fort. Die Logik dahinter: Für Julius Bär ist es unter dem Strich günstiger, eigene Mitarbeitende zu beschäftigen als externe Contractors. Die Bank gilt als das Institut am Finanzplatz Zürich, das Contractors zum Teil während Jahren beschäftigte. Idealerweise setzt ein Kunde Berater vor allem projektbasiert ein und nicht dauerhaft.
Die «Internalisierung» von Externen bedeutet denn auch nicht, dass Julius Bär oder andere Banken generell keine Berater mehr einsetzen möchten. Aber sie schauen genauer darauf, für welche Aufgaben diese engagiert werden sollen, sagt ein Beobachter der Szene.
Die Arbeitslosigkeit unter Bankangestellten hat seit dem Kollaps der Credit Suisse deutlich zugenommen. Für den April meldete der Kanton Zürich 1463 arbeitslose Banker – gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einer Zunahme von 31,3 Prozent. Im November 2022 lag diese Zahl der beim RAV gemeldeten Bankangestellte noch bei 682. Die Abbauwelle im Banking dürfte so schnell nicht zu Ende gehen. Die UBS, die mit Abstand grösste Bank der Schweiz, hat massgeblichen Einfluss auf die Statistik.

