«Ich denke, dass sich in den nächsten Jahren die Möglichkeit ergeben könnte, 10 bis 20 Milliarden Dollar für eine Übernahme einzusetzen», sagte Dimon am Mittwoch an der Bernstein Strategic Decisions Conference. JP Morgan halte aktiv Ausschau nach entsprechenden Gelegenheiten.
Bleibt es dabei, dürfte die UBS derzeit nicht auf dem Speiseplan des mächtigsten Bankers der Wall Street stehen. Um die Schweizer Grossbank zu schlucken, müsste Dimon bereit sein, eine deutlich grössere Summe auf den Tisch zu legen. Aktuell wird die die Bank mit 120 Milliarden Dollar bewertet.
Im Zusammenhang mit der Verschärfung der Eigenkapitalregeln ist eine Übernahme der UBS ein oft gehörten Drohszenario. Gegner der Verschärfung argumentieren, dass die Grossbank zu einer leichten Beute werde, wenn sie zusätzlich 20 Milliarden Dollar Kapital aufbringen müsse. Das drücke auf die Börsenbewertung, was wiederum Käufer anziehen könnte, um mit einer Sitzverlegung regulatorische Arbitrage zu betreiben.
«Sehr geduldig mit unserem Kapital»
Unter Dimons Führung hat sich JP Morgan in den vergangenen mehr als 20 Jahren zur grössten und profitabelsten Bank der USA entwickelt. Dazu beigetragen haben unter anderem die Übernahmen von Bear Stearns und Washington Mutual während der Finanzkrise sowie der First Republic Bank im Jahr 2023. Gleichzeitig betreibt JPMorgan mit Chase eine Retailbank, die in den letzten Jahren vom Zinsumfeld stark profitiert hat.
Gleichzeitig betonte Dimon, dass JP Morgan auch ohne Zukäufe in allen Geschäftsbereichen attraktive Wachstumschancen sehe. Die Bank stehe deshalb nicht unter Druck, rasch eine Transaktion abzuschliessen. Die Bewertungen am Markt seien derzeit hoch. «Wir gehen sehr geduldig mit unserem Kapital um», sagte Dimon. «Es brennt uns überhaupt nicht unter den Nägeln. Wenn das Geld eine Zeit lang ungenutzt bleibt, ist das kein Problem.»

