Too big to Fail
Die FT bringt die Diskussion um ein mögliches Wegzugsszenario der UBS erneut aufs Tapet. Als Warner kommt dabei ein prominenter Hedgefonds-Manager (und UBS-Investor) zu Wort.
18. Mai 2026 • Beat Schmid

Davide Serra gehört zu den bekanntesten Investoren im Londoner Hedgefonds-Umfeld. Der Genueser gründete 2006 den Vermögensverwalter Algebris Investments, der sich auf Finanzwerte und Bankanleihen spezialisiert hat. Heute verwaltet Algebris rund 30 bis 35 Milliarden Euro.

In einem Beitrag der «Financial Times» äussert sich Serra zur UBS und zur Frage, wie viel zusätzliches Eigenkapital die Grossbank künftig halten soll. Dabei schlägt er deutliche Töne an – und stellt sogar einen Wegzug der UBS in den Raum.

«Die UBS existiert nur wegen ihrer globalen Reichweite», sagt Serra. «Sollten die Reformen nicht abgeschwächt werden, wäre der Anreiz für einen Wegzug gross. Die Bank kann nicht mit Häusern wie Morgan Stanley konkurrieren, wenn sie doppelt so viel Kapital halten muss.»

Noch konkreter wird Serra bei der Frage nach einem möglichen neuen Standort der UBS: «Wenn die Bank einen wirklich grundlegenden Schritt machen würde, dann wohl in Richtung USA. Ein Umzug in die EU oder nach Grossbritannien würde wenig bringen – dort wäre man weiterhin populistischem Druck ausgesetzt.»

Dass sich Serra öffentlich auf die Seite der UBS schlägt, überrascht allerdings kaum. Algebris zählt selbst zu den Investoren der Bank. Im Algebris Financial Income Fund ist UBS gemäss Fondsunterlagen sogar der grösste Anleihenemittent im Portfolio.

Auch die Nähe zwischen Algebris und der UBS ist sichtbar. Als der Vermögensverwalter sein Zürcher Büro eröffnete, war mit UBS-Präsident Colm Kelleher ein prominenter Ehrengast anwesend. Kelleher diskutierte damals gemeinsam mit Algebris-Gründer Serra an einer Panelveranstaltung über die Finanzmärkte.

Gori und Orcel

In einem längeren Beitrag über die UBS darf auch die Frage nach der Nachfolge von Konzernchef Sergio Ermotti nicht fehlen. Die FT bringt neben den bekannten internen Kantodaten (Rob Karofsky, Iqbal Khan, Aleksandar Ivanovic) auch zewi externe ins Spiel: Unicredit-Chef Andrea Orcel, der bekanntlich früher das Investmentbanking der UBS leitete, sowie Filippo Gori, Co-Leiter des globalen Bankgeschäfts von JP Morgan. Gori stand zuvor an der Spitze des Europageschäfts der US-Bank.

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