UBS-Chef Sergio Ermotti will nicht nur in den USA wachsen – auch in Fernost scheint er seinem Leitmotiv «Shrinking is not an Option» verpflichtet zu sein. In den letzten Monaten hat die Bank ihre Investmentbanking-Aktivitäten durch Neueinstellungen deutlich verstärkt und ist wieder in Bereiche eingestiegen, die sie vor Jahren aufgegeben hat.
Wie Bloomberg aus Japan berichtet, hat die Grossbank Takehiro Sakuramoto von Goldman Sachs abgeworben. Der Managing Director hatte am Donnerstag seinen ersten Arbeitstag bei der Bank. Er ist neuer Leiter des Bereichs Debt Capital Markets (DCM) für Japan in der Investmentbank. Die Bank will künftig Mandate für die Emission von Unternehmensanleihen japanischer Firmen gewinnen und sich zu Beginn auf Fremdwährungsanleihen konzentrieren, sagte die Sprecherin der Bank.
Für die UBS bedeutet das einen Wiedereinstieg ins Geschäft. 2021 straffte die Grossbank ihr Fixed-Income-Geschäft in Asien und verlagerte etwa den Zins- und Anleihehandel von Tokio nach Sydney. Sie gab auch ihren Status als Primärhändler für japanische Staatsanleihen auf. Am Schluss spielte sie bei der Emission von Unternehmensanleihen kaum noch eine Rolle.
Boom bei Fremdwährungsanleihen
Seit Sergio Ermotti wieder CEO ist, investiert UBS gezielt in das Investmentbanking in Japan. In den vergangenen zwei Jahren wurden mehrere erfahrene Banker von Goldman Sachs, Morgan Stanley und Rothschild verpflichtet – darunter jetzt Takehiro Sakuramoto als DCM-Chef.
Japanische Unternehmen haben im vergangenen Quartal so viele Fremdwährungsanleihen emittiert wie schon lange nicht mehr. Sie nutzen zunehmend die tieferen und liquideren internationalen Kapitalmärkte, um ihr Wachstum zu finanzieren. In den ersten drei Monaten stieg das Emissionsvolumen auf den Rekordwert von 16,7 Billionen Yen (umgerechnet rund 83 Milliarden Franken).

