Die Turbulenzen bei Partners Group könnten weitreichende Folgen haben. Die jüngsten Probleme bei mehreren Evergreen-Fonds werfen auch Fragen für Banken auf, die diese Produkte in den vergangenen Jahren aktiv an vermögende Privatkunden verkauft haben. Besonders heikel ist dies für Banken, die ihren Kunden solche Produkte als sogenannte strategische Portfoliobausteine empfohlen haben.
Zu den wichtigsten Vertriebspartnern von Partners Group gehört die UBS. Die Grossbank und der Zuger Vermögensverwalter kündigten im Oktober 2020 eine langfristige strategische Partnerschaft an. Ziel war es, UBS-Kunden einen breiteren Zugang zu privaten Märkten zu ermöglichen.
Sergio Ermotti erklärte damals kurz vor seinem zwischenzeitlichen Ausscheiden aus der Bank: «UBS und Partners Group sind beides weltweit führende Vermögensverwalter mit Sitz in der Schweiz, die massgeschneiderte Lösungen für die Bedürfnisse von Anlegern anbieten. Diese Zusammenarbeit wird unseren Kunden einen breiteren Zugang zu privaten Märkten eröffnen und deren Bedeutung in ihren Portfolios stärken.»
Iqbal Khan, damals Co-Chef von UBS Global Wealth Management, ergänzte: «Durch die Zusammenarbeit mit der Partners Group und die Nutzung der Grösse und des Fachwissens unserer beiden Unternehmen werden wir den Kunden von UBS einen einzigartigen Zugang zu einigen der besten Anlagechancen auf den privaten Märkten bieten.»
Private-Market-Vehikel versprechen hohe Gebühren
Viele Banken haben in den vergangenen Jahren versucht, vermögenden Kunden einen Zugang zu Private Markets zu eröffnen. Private Equity, Private Debt und Infrastrukturinvestitionen galten als Renditequelle ausserhalb der traditionellen Aktien- und Anleihemärkte. Gleichzeitig lieferten Private-Market-Vehikel wesentlich höhere Gebühren für die Banken ab.
Besonders stark wurde dabei das sogenannte Evergreen-Modell gepusht. Anders als klassische Private-Equity-Fonds verfügen diese Vehikel über regelmässige Zeichnungs- und Rückgabemöglichkeiten. Damit sollten sie die Vorteile langfristiger Privatmarktanlagen mit einer gewissen Liquidität verbinden. Doch die jüngsten Entwicklungen haben nun die Grenzen dieses Modells aufgezeigt.
Beim Partners Group Global Value SICAV überstiegen die Rücknahmeanträge im zweiten Quartal die vorgesehene Schwelle deutlich. Obwohl laut CEO David Layton genügend Liquidität vorhanden gewesen wäre, entschied sich der Vermögensverwalter, die Rücknahmen zu begrenzen. Einen Tag später wurde bekannt, dass auch bei einem Private-Equity-Evergreen-Fonds in Delaware die Rückkaufanträge über der vorgesehenen Limite liegen dürften.

