Die Vorgänge rund um die MBaer Merchant Bank sind kein Ruhmesblatt für den Finanzplatz. Den Verantwortlichen der Bank wird vorgeworfen, seit ihrer Gründung 2018 Geldwäscherei und illegale Finanzaktivitäten ermöglicht zu haben, unter anderem durch die Erleichterung von Korruption im Zusammenhang mit russischer Geldwäscherei sowie Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung im Auftrag von mit dem Iran verbundenen ausländischen Terrororganisationen, darunter die Islamische Revolutionsgarde und ihre Quds-Truppe.
Zur Eskalation gebracht hat den Fall das amerikanische Finanzministerium. Das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) der Behörde zitierte in einer Mitteilung den US-Finanzminister Scott Bessent mit den Worten: «MBaer hat im Auftrag illegaler Akteure mit Verbindungen zum Iran und zu Russland über hundert Millionen Dollar durch das US-Finanzsystem geschleust. Banken sollten sich bewusst sein, dass das US-Finanzministerium die Integrität des US-Finanzsystems mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln aggressiv schützen wird.»
Zuvor hatte die Finma ein Enforcement-Verfahren gegen MBaer abgeschlossen. Dieses sah als Massnahme den Bewilligungsentzug sowie die Liquidation der Bank vor. Weil MBaer dagegen vor dem Bundesverwaltungsgericht klagte, wurde die Massnahme zunächst nicht wirksam. Nach dem Eingreifen der Amerikaner zog die Bank am Freitag die Beschwerde allerdings zurück, sodass die Liquidation eingeleitet werden konnte.
Unklar ist, ob die Finma auch eine Strafanzeige eingereicht hat. Ein Sprecher der Behörde wollte dies weder bestätigen noch dementieren. In einem Statement schreibt die Behörde: «Für die Finma besteht gegenüber den Strafverfolgungsbehörden eine Anzeigepflicht, wenn sie von strafbaren Handlungen im Sinne von Art. 38 Abs. 3 FINMAG Kenntnis erlangt. Die Finma zeigt allfällig strafrechtlich relevante Angelegenheiten bei der zuständigen Strafverfolgungsbehörde an. Die Finma äussert sich nicht dazu, ob und gegebenenfalls wo sie Anzeige erstattet.»

