Er war nicht einmal ein Jahr lang CEO des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé. Im September wurde er wegen einer verheimlichten Beziehung aus dem Konzern entfernt. Akzeptiert scheint Laurent Freixe diesen Rauswurf noch nicht zu haben. Auf der Karriereplattform LinkedIn gibt er nämlich nach wie vor an, Chief Executive Officer von Nestlé zu sein.
Wie der «Blick» in Erfahrung bringen konnte, blieb das dem Konzern vom Genfersee nicht verborgen. Nestlé habe mehrfach Druck ausgeübt, Freixe zu einer Anpassung seines Netzwerkprofils zu bewegen. Der Franzose weigere sich offensichtlich, hiess es. Der Ex-Boss sonne sich immer noch im Glanz vergangener Zeiten an der Spitze von Nestlé, schrieb der Blick.
Seine Weigerung, den Eintrag anzupassen, ist allerdings auch nachvollziehbar. Die Art und Weise, wie Freixe von seinem Posten entfernt wurde, war extrem und nicht angemessen für einen Weltkonzern wie Nestlé. Statt eine einvernehmliche Lösung zu suchen, gab es eine fristlose Trennung. Verwaltungsratspräsident Paul Bulcke musste kurze Zeit später auf Druck der Aktionäre frühzeitig von seinem Posten zurücktreten.
Nur den Grundlohn erhalten
Es ist davon auszugehen, dass sich Freixe und Nestlé in einem arbeitsrechtlichen Konflikt bezüglich der Kündigung befinden. Dabei dürfte es auch um entgangene Bonuszahlungen in Millionenhöhe gehen. Freixe erhielt 2025 lediglich sein Fixgehalt. Im Geschäftsbericht heisst es: «Der ehemalige Konzernchef Laurent Freixe erhielt bei Beendigung seines Arbeitsverhältnisses keine andere Abfindung als sein anteiliges Grundgehalt bis zum 1. September 2025.»
Arbeitsrechtlich könnte es für Nestlé schwierig werden. Solange der Streit nicht gelöst ist, sieht sich Freixe offenbar weiterhin in seiner Rolle als CEO. Daher stimmt es aus seiner Perspektive, den LinkedIn-Eintrag nicht anzupassen und Sätze wie diesen: «Ich habe seit September 2024 das Privileg, Nestlé weltweit zu führen», nicht vom Netz zu nehmen. Ein Nestlé-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

