Enforcement
Der Regulator entzieht zwei Gesellschaften die Bewilligung. Zudem zieht er Millionen ein und verhängt ein Berufsverbot. Die Gesellschaften stehen in Verbindung mit dem Zürcher Investor Marco Garzetti.
29. Juni 2026 • Beat Schmid

Die Finanzmarktaufsicht (Finma) hat ein Enforcementverfahren wegen «gravierender Verstösse» gegen die Verhaltensregeln bei der Erbringung von Finanzdienstleistungen gegen zwei Gesellschaften und eine natürliche Person abgeschlossen. Konkret entzog sie der Swiss Fund Management AG, die sich in Liquidation befindet, die Bewilligung zur Verwaltung von Fonds. Zudem wies die Finma ein Gesuch der BZ Berater Zentrum AG um eine Bewilligung als unabhängige Vermögensverwalterin ab. Die Behörde zieht Gewinne in Millionenhöhe ein und verhängte gegen eine verantwortliche Person ein mehrjähriges Berufsverbot.

Die Gesellschaften hielten hohe Anteile an illiquiden Anleihen, die vorwiegend zur Finanzierung ausländischer Immobilienentwicklungsprojekte vorgesehen waren. Aufgrund verschiedener Verflechtungen hätten Hinweise auf Interessenkonflikte bestanden, schreibt die Behörde. Das BZ Berater Zentrum verfügte über rund 2'000 Vermögensverwaltungsmandate. Anlegergelder im Umfang von rund 200 Millionen Franken seien direkt oder indirekt über die Fonds in illiquide Anleihen mit «zweifelhafter Werthaltigkeit» investiert worden.

Gerichtsentscheid macht Finma-Verfahren öffentlich

Öffentlich bekannt wurde das Enforcementverfahren bereits Ende 2024. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht wurde publik, weil der Zürcher Investor Marco Garzetti, der hinter den Firmen steht, die Einsetzung eines Untersuchungsbeauftragten von Grant Thornton gerichtlich angefochten hatte. Wie Tippinpoint damals berichtete, beantragte die Swiss Fund Management unter anderem, das Honorar des Untersuchungsbeauftragten auf 40'000 Franken zu beschränken. Das Gericht trat auf den Antrag jedoch nicht ein und entschied, dass das Unternehmen die gesamten Kosten der Untersuchung zu tragen hat.

Marco Garzetti trat im Mai 2023 ins Rampenlicht, als er ein Übernahmeangebot für die angeschlagene GAM unterbreitete. Über Taure Invest wollte er 65 Millionen Franken in den Zürcher Asset Manager investieren und so die Kontrolle übernehmen. Der Verwaltungsrat entschied sich damals jedoch für Liontrust. Dieses Unternehmen wiederum unterlag dem französischen Telekom-Milliardär Xavier Niel, der den Übernahmekampf gewann und GAM heute kontrolliert.

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