Die eidgenössische Finanzmarktaufsicht hat für bestimmte Policen im Leben-Bereich ein Verkaufsverbot verhängt. Auslöser des Enforcement-Verfahrens sei gewesen, dass Kunden in der Schweiz Policen – die einer strengen Regulierung unterliegen – zu tieferen Preisen verkauft worden seien, als mit der Finma vereinbart gewesen sei.
«Es ist bedauerlich, dass wir das Problem nicht selbst entdeckt haben – trotz aller Audits und Kontrollen, die wir durchführen», sagte CEO Mario Greco gegenüber Bloomberg. Vereinbarte Korrekturmassnahmen seien nicht umgesetzt worden, was letztlich zum Enforcement-Verfahren geführt habe.
Die Konsequenz: Die betroffene Einheit innerhalb des Schweizer Geschäfts darf vorerst nur noch bestehende Kunden betreuen. Wie lange die Untersuchung dauern wird, ist unklar. Der Geschäftsbereich erwirtschafte jährlich einen Gewinn von rund 20 Millionen Franken. Das Verkaufsverbot werde deshalb «keine Auswirkungen» auf das Konzernergebnis haben.
Damit bestätigen sich Recherchen des SonntagsBlick. Dieser berichtete, dass Schwerpunkt der Untersuchungen bei Mängel beim internen Kontrollsystem (IKS) liegen soll. Das Überwachungssystem ist wichtig, um Risiken zu erkennen, aber auch dafür zu sorgen, dass Geschäftsprozesse korrekt abgewickelt und Interessenkonflikte vermieden werden. Offenbar wurde in den vergangenen Jahren bei Investitionen in die Plattform gespart.
Die Zurich Insurance Group ist in der Schweiz ein grosser Player in der beruflichen Vorsorge. Die Sammelstiftung Vita ist mit 27’000 angeschlossenen Unternehmen und rund 150’000 Versicherten das Flaggschiff. Sie verwaltet mehr als 22 Milliarden Franken Vorsorgevermögen.