Der Börsengang des Raumfahrtunternehmens von Elon Musk entwickelt sich schon jetzt zu einem Prestigeprojekt für die Wall Street. Goldman Sachs wurde auf die sogenannte «Lead-Left»-Position gehievt und übernimmt damit die federführende Rolle im IPO-Syndikat. Die Bank wird bei den Joint Bookrunnern an erster Stelle genannt und koordiniert wesentliche Teile der Platzierung. Direkt dahinter folgt Morgan Stanley.
Für Morgan-Stanley-CEO Ted Pick dürfte dies eine Enttäuschung sein. Die Bank hatte sich in den vergangenen Jahren besonders intensiv um gute Beziehungen zu Elon Musk bemüht und finanzierte etwa die 44-Milliarden-Dollar-Übernahme von Twitter, heute X. Dass nun ausgerechnet Goldman Sachs die Spitzenposition erhält, zeigt die weiterhin dominante Stellung der Bank im Investmentbanking. Picks Ziel, den Abstand zum Branchenprimus in den League Tables des Investment Bankings zu verkleinern, rückt damit erneut in weitere Ferne.
Überhaupt dominieren die amerikanischen Grossbanken den Mega-Deal klar. Nach Goldman Sachs und Morgan Stanley folgen Bank of America, Citigroup und JP Morgan. Erst danach erscheinen europäische Institute wie Barclays, Deutsche Bank und UBS im erweiterten Syndikat.
Laut Prospekt werden die Aktien ausserhalb den USA auch in den Schweiz angeboten, neben Grossbritannien, Japan, Kanada und ausgewwählten Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums, wie es heisst. Eine Kotierung der Aktien an Börsen ausserhalb der USA ist allerdings nicht vorgesehen.
Der SpaceX-Börsengang dürfte zu einem historischen Geschäft für die beteiligten Banken werden. Das Unternehmen peilt offenbar eine Kapitalaufnahme von rund 75 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von bis zu 1,75 Billionen Dollar an. Damit könnte SpaceX nicht nur den grössten IPO aller Zeiten liefern, sondern auch einen der profitabelsten für die involvierten Investmentbanken.
Untersuchungen von IPO-Forscher Jay Ritter von der Universität Florida zeigen, dass die durchschnittlichen Gebühren bei grossen Börsengängen mit einem Volumen von über einer Milliarde Dollar seit 2021 bei rund 4,4 Prozent des Emissionserlöses liegen. Selbst bei einem deutlich tieferen Satz würden die Banken beim SpaceX-IPO Gebühren in Milliardenhöhe einstreichen. Bei der Hälfte dieser durchschnittlichen Marge ergäben sich noch immer Einnahmen von rund 1,7 Milliarden Dollar für das Syndikat.

