Die Privatbank EFG International legte in den vergangenen Jahren ein stürmisches Wachstum hin. Die Bank stellte viele neue Kundenberater ein, sammelte Milliarden an Neugeldern ein und kaufte zu: Ende Januar kaufte sie die Privatbank Quilvest (Switzerland); im Jahr zuvor waren es ISG und die Genfer Privatbank Cité Gestion.
Jetzt reagiert die Ratingagentur Moody’s auf diesen Kurs. Sie signalisiert eine mögliche Absenkung des langfristigen Emittentenratings «A3» und senkte den Ausblick auf «negativ» von zuvor «stabil». Der Grund dafür ist die deutlich dünnere Eigenkapitaldecke der Privatbank. Neben den Zukäufen nennt Moody’s Kapitalausschüttungen sowie Rückstellungen für rechtliche Altlasten. Falls sich das Kreditprofil nicht verbessere, könnte die Bank herabgestuft werden.
Die Bank gab mit ihren Jahreszahlen im Februar eine bemerkenswerte Absenkung der Eigenkapitaldecke bekannt: Die harte Eigenkapitalquote sank auf 14 Prozent (von 17,7 Prozent im Jahr zuvor). Zum Rückgang haben unter anderem beigetragen: Aktienrückkäufe (1,9 Prozentpunkte) sowie 2025 erfolgte Übernahmen (1,3 Prozentpunkte).
Die Rückstellungen für Altlasten belasteten die Quote mit weiteren 1 Prozentpunkt, weil sie dadurch die risikogewichteten Aktiven erhöht haben. Insgesamt tätigte sie Rückstellungen in Höhe von 86,5 Millionen Franken. Hinzu kamen Kreditverluste von 10,7 Millionen Franken.
Aktie taucht
Trotz des nur marginal gestiegenen Gewinns schlug EFG eine Erhöhung der Dividende um acht Prozent auf 65 Rappen je Aktie vor – die fünfte Dividendenerhöhung in Folge.
Die Aktien reagierten gestern mit einem Minus von 2,5 Prozent. In den vergangenen 12 Monaten weist das Papier eine Wertzunahme von 32 Prozent aus. Seit dem letzten Hoch Mitte Januar bei 20.70 Franken hat die Aktie 10 Prozent verloren.

