Die Aktienmärkte in Asien legten am Donnerstag deutlich zu. Gleichzeitig gaben US-Staatsanleihen nach, was auf eine vorsichtige Rückkehr des Risikoappetits schliessen lässt. Nach Ausbruch des Krieges gegen den Iran flüchteten viele Anleger aus den Aktienmärkten.
Der südkoreanische Leitindex Kospi machte seine starken Verluste aus der vorherigen Sitzung wieder wett. Rückenwind kam von der positiven Entwicklung an der Wall Street sowie von Hoffnungen, dass die Vereinigten Staaten und Iran nach einem Ausweg aus der militärischen Konfrontation suchen könnten.
Der breit gefasste MSCI-Index für Aktien aus dem asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan stieg am Donnerstag um 2,9 Prozent. Besonders stark entwickelte sich Südkorea: Der Kospi legte um 10,4 Prozent zu. Auch Japans Nikkei-Index gewann 2,9 Prozent. Bei den Anleihen stieg die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen um 2,7 Basispunkte auf 4,109 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Papiere erhöhte sich um 3,1 Basispunkte auf 4,748 Prozent.
Die Sorge um die Energieversorgung treibt die Ölpreise weiter nach oben. US-Rohöl verteuerte sich um 3 Prozent auf 76,9 Dollar je Barrel. Die Nordseesorte Brent stieg um 2,5 Prozent auf 83,4 Dollar pro Barrel. Auch Gold legte zu: Der Spotpreis erhöhte sich um 0,84 Prozent auf 5178 Dollar pro Unze. Am Kryptomarkt gaben die Kurse leicht nach: Bitcoin verlor 0,78 Prozent auf 72’774 Dollar, während Ether um 0,94 Prozent auf 2130 Dollar sank.
Der US-Dollar legte nach seiner jüngsten Rally eine Pause ein. Der Dollarindex, der die US-Währung gegenüber einem Korb wichtiger Währungen misst, notierte unverändert bei 98,81 Punkten. Der japanische Yen wertete um 0,2 Prozent auf 156,75 Yen je Dollar auf.
Konflikt im Nahen Osten spitzt sich zu
Der Krieg zwischen Israel und den USA gegen den Iran weitete sich am Mittwoch deutlich aus. Ein US-U-Boot versenkte ein iranisches Kriegsschiff. Ein NATO-Luftabwehrsystem fing eine iranische ballistische Rakete ab, die in Richtung Türkei abgefeuert worden war.
In Washington unterstützte der US-Senat Präsident Donald Trumps Krieg gegen den Iran. Der republikanisch dominierte Senat blockierte eine parteiübergreifende Resolution, die den Luftkrieg stoppen sollte. Damit wird es zumindest kurzfristig zu keinem raschen Ende der Kampfhandlungen kommen.
Deshalb muss weiterhin ein grosses Fragezeichen hinter die Rückkehr zum Courant Normal an den Börsen gesetzt werden. Sehr schnell kann sich alles wieder ändern. Der Ausblick bleibt so lange eingetrübt, bis die Öllieferungen wieder uneingeschränkt fliessen.

