Es ist das Geschäft mit den schlechtesten Zahlen. Jetzt unternimmt die UBS einen neuen Versuch, das Wealth-Management-Geschäft in den USA neu aufzustellen. Die wichtigste Neuerung: Lisa Golia soll die Leitung der US-Wealth-Management-Advisors im operativen Tagesgeschäft übernehmen, wie mehrere US-Medien berichteten.
Golia war in den vergangenen zwei Jahren als Chief Operating Officer in der amerikanischen Vermögensverwaltung der Grossbank tätig. Zuvor arbeitete sie mehr als 20 Jahre bei Morgan Stanley. In ihrer neuen Funktion verantwortet sie unter anderem Führung, Rekrutierung, Mitarbeiterbindung und Vergütungsstrukturen – also die wichtigsten Hebel im hart umkämpften amerikanischen Beratermarkt.
Golia berichtet künftig an Mike Camacho, den Leiter des US-Wealth-Managements der UBS. Camacho selbst will sich stärker auf strategische Themen konzentrieren, wie es heisst. Dazu zählen insbesondere der Ausbau der amerikanischen Bankgeschäfte, eine bessere Verzahnung mit anderen Einheiten der UBS und die Entwicklung neuer Produkte. Bekannt ist, dass sich die UBS um eine Lizenz für den US-Markt bemüht («National Bank Charter»). Inzwischen hat sie eine vorläufige Genehmigung der Aufsichtsbehörden erhalten.
Schon viele haben sich die Zähle ausgebissen
Golia wäre nicht die erste Managerin, die sich in diesem Geschäft die Zähne ausbeisst. Die UBS versucht seit Jahren, ihr Beratergeschäft, das sie einst von Paine Webber übernommen hat, profitabler zu machen – bisher mit bescheidenem Erfolg. Das grösste Problem sind die notorisch hohen Provisionen, die die unabhängigen Broker erhalten. Oberster Verantwortlicher ist Rob Karofsky, Co-Chef des Global Wealth Management (GWM) und Amerikaregionenchef. Als er letztes Jahr das Provisionsmodell anpasste, wechselten in der Folge etliche Berater zu einem Konkurrenten.
Die hohen Kosten der Berater drücken auf die Profitabilität des GWM-Abteilung, die im Vergleich zu anderen reinen Wealth Managern über eine deutlich schlechtere Cost-Income-Ratio verfügt.
Mit der Beförderung von Lisa Golia gehen weitere personelle Anpassungen einher. John Vander Zee folgt Golia als COO nach. Ben Firestein, ebenfalls mit langjähriger Morgan-Stanley-Erfahrung, übernimmt die Verantwortung für Sales, Beraterentwicklung und Recruiting.

