UBS-CEO Sergio Ermotti wirft der Schweiz eine übermässig emotionale Aufarbeitung der Credit-Suisse-Pleite vor. An einer hauseigenen Finanzkonferenz in Key Biscayne in Florida sagte Ermotti am Montag, die Reaktionen nach dem Kollaps der CS im Jahr 2023 seien stark von Emotionen geprägt gewesen. Die aktuell diskutierten regulatorischen Vorschläge zur Verhinderung einer ähnlichen Krise seien für die UBS in dieser Form nicht akzeptabel.
«In den letzten zwei, drei Jahren sind die Emotionen nicht wirklich abgeklungen», sagte Ermotti. Umso begrüssenswerter sei es aus seiner Sicht, dass sich das Parlament nun sachlicher mit der Thematik befasse. Klarheit über die künftige Regulierung erwartet Ermotti in den kommenden zwei bis drei Monaten.
Gleichzeitig erteilte er einer Sitzverlegung ins Ausland erneut eine Absage. Die UBS wolle eine globale Bank mit Sitz in der Schweiz bleiben. Eine Verlegung des Hauptsitzes ins Ausland stehe derzeit nicht zur Diskussion. «Redomizilierung ist definitiv kein Thema, auf das wir uns aktuell konzentrieren», sagte er.
Langwieriger Umbau des US-Beratergeschäfts
Ein zentrales Thema an der Konferenz war das Vergütungsmodell im US-Vermögensverwaltungsgeschäft. Ziel der UBS sei es, «ein gutes Gleichgewicht zwischen dem zu schaffen, was die Aktionäre verdienen, und dem, was die Finanzberater verdienen», sagte Ermotti. Vor diesem Hintergrund habe die Bank das Entschädigungsmodell für grosse Beraterteams in den USA angepasst.
Betroffen seien insbesondere Broker-Teams, die ihr Geschäft über längere Zeit nicht ausgebaut hätten. Deren einkommensabhängige Vergütung sei reduziert worden. Die Einschnitte im Vergütungsplan für 2025 träfen vor allem grössere Teams sowie Berater mit einem Jahresertrag unter einer Million Dollar. Damit machte sich die Bank nicht beliebt bei vielen Brokern. Die Bank habe bewusst in Kauf genommen, kurzfristig an Popularität einzubüssen, um die strukturelle Profitabilität zu verbessern, sagte er.
Im vierten Quartal 2025 zogen Kundinnen und Kunden netto 14,1 Milliarden Dollar aus der US-Vermögensverwaltung ab, nach 8,6 Milliarden Dollar im Vorquartal. Damit resultierten für das Gesamtjahr negative Netto-Neugelder. «Wir haben Neugelder geopfert zugunsten der Qualität des Wachstums», sagte Ermotti mit Blick auf die Vergütungskürzungen.
Gleichzeitig verbesserte sich die Gewinnmarge im Americas-Wealth-Geschäft auf 13 Prozent. Das entspricht einem Anstieg von knapp zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr, liegt jedoch weiterhin unter dem Zielwert von 18 Prozent bis 2028. Die Abflüsse im US-Wealth-Geschäft wurden vom Markt schlecht aufgenommen. Der Kurs der UBS-Aktie verlor in den letzten fünf Tagen rund 10 Prozent.

