Die UBS hat einen europäischen Immobilienfonds mit einem Volumen von 400 Millionen Euro für bis zu drei Jahre geschlossen. Die Anleger hatten Rücknahmeanträge in einem Umfang gestellt, den der Fonds nicht bedienen konnte.
In den USA ist es inzwischen fast zum Branchenstandard geworden, dass Fondsgesellschaften die Tore ihrer Private-Markets-Vehikel schliessen. Wie Bloomberg in einem Bericht aufzeigt, übersteigen die Rücknahmeanträge im Bereich Private Credit die Möglichkeiten der Fonds um das Doppelte. Insgesamt warten Investoren auf Auszahlungen in Höhe von rund fünf Milliarden Dollar.
Konkret betroffen ist der UBS Euroinvest Immobilien. Der Fonds konzentriert sich auf sogenannte Core-Immobilien in guten Lagen europäischer Metropolen, wie es heisst. «Angesichts des derzeit schwierigen Marktumfelds hat die UBS Real Estate GmbH beschlossen, Rücknahmen vorerst auszusetzen, um die Interessen aller unserer Anleger zu wahren», teilte die Bank in einem Statement mit.
Liquiditätsmismatch
Gemäss Beobachtern ist es das erste Mal seit Ausbruch des Kriegs im Iran, dass ein grosser europäischer Immobilienfonds Rücknahmen aussetzt. Die Kampfhandlungen am Persischen Golf haben die globale Wirtschaft erschüttert. Die Zinserwartungen sind aufgrund höherer Preise gestiegen, was auf die Bewertungen drückt. Das wiederum führt zu Anpassungen in der Allokation. Der UBS-Euroinvest-Fonds hat in den letzten zwölf Monaten 9,4 Prozent verloren. Seit Anfang Jahr beträgt das Minus 1,6 Prozent.
Setzt sich diese Entwicklung fort, dürften weitere offene Immobilienfonds Rücknahmen aussetzen. Das verweist auf ein strukturelles Problem dieser insbesondere in Deutschland verbreiteten Anlageform: den Liquiditätsmismatch zwischen täglich handelbaren Anteilen und illiquiden Immobilien. In der Schweiz sind viele Immobilienfonds börsenkotiert. Sie bleiben damit zwar handelbar, allerdings oft nur mit deutlichen Abschlägen auf den Nettoinventarwert.

