Entlassungswelle
Mindestens 12 Portfoliomanager aus dem Asset Management der Grossbank müssen die fusionierte Bank verlassen. Die UBS besetzt die zusammengelegten Teams mit eigenen Leuten.
16. Februar 2026 • Beat Schmid

«Wir sind ein Team, und Entscheidungen basieren auf Meritokratie» – Sätze wie diese klingen wie Hohn in den Ohren vieler ehemaliger CS-Angestellter. Das UBS-Top-Management sage das nur, damit wir bis zum Schluss die volle Leistung bringen, um uns dann loszuwerden, sagt ein betroffener CS-Banker.

Er war wie viele seiner Kollegen im Portfolio-Management des Asset Managements in Zürich tätig und damit verantwortlich für aktive Anlagefonds, die die Grossbank vertrieben hat. Gemäss Recherchen haben mindestens zwölf ehemalige CS-Manager ihre Jobs verloren. In den vergangenen Wochen wurden die letzten CS-Leute über die Beendigung ihrer Rollen informiert. Die UBS lehnte eine Stellungnahme ab.

Im Bereich Asset Management sei damit genau das eingetreten, was die Teams nach der Fusion befürchten mussten: Dass auf Stufe Portfolio-Management vor allem die bisherigen UBS-Teams berücksichtigt werden. Lange war nicht klar, was mit dem CS-Asset-Management geschehen wird. Als dann die UBS entschied, die Fonds zusammenzulegen, wurde immer deutlicher, dass es für die früheren CS-Teams schwierig werden würde.

Skaleneffekte beginnen zu spielen

Im Unterschied zum Schweizer Retail-Banking ist die Integration im Asset Management inzwischen abgeschlossen. Der Bereich kann von Skaleneffekten profitieren. Das kann man auch an den Zahlen ablesen: Bei praktisch unveränderten Erträgen, aber deutlich gesunkenen Kosten konnte die Abteilung ihre Profitabilität steigern. Der Pre-Tax-Operating-Profit erhöhte sich 2025 auf 719 Millionen Dollar, von 520 Millionen im Jahr zuvor. Die investierten Assets der Abteilung stiegen um 19 Prozent auf 2005 Milliarden Dollar, von 1689 im Vorjahr.

Wirklich überraschend kommt das Aus für viele frühere CS-Portfoliomanager nicht. Die UBS habe im Asset Management eine ganz andere Herangehensweise, sagt ein Betroffener. Bei der CS war es die Aufgabe der Portfoliomanager zu entscheiden, welche Aktien sie kaufen oder nicht. Bei der UBS dagegen sei praktisch alles vom Investment Office vorgegeben. Die Manager würden vor allem umsetzen, was von oben kommt.

Für die aussortierten CS-Manager wird es schwierig, eine neue Anstellung zu bekommen. Einerseits geht der Trend weiter in Richtung passivierter Strategien, zum andern herrscht im Asset Management ein grosser internationaler Wettbewerb, der zunehmend von amerikanischen Riesen dominiert wird. Der Kauf von Schroders durch Nuveen letzte Woche war ein Paukenschlag. In der Nische bieten sich immer Optionen, doch das birgt Risiken und viele Unsicherheiten.

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