Die Öl-Futures sprangen am Montag erneut deutlich über die Marke von 100 US-Dollar und liegen derzeit bei 104 Dollar pro Fass – ein Plus von acht Prozent. Gleichzeitig gaben der Dollar und die Aktienmärkte nach, nachdem Gespräche zwischen den USA und dem Iran ohne Fortschritte in Richtung eines nachhaltigen Friedens gescheitert waren.
Die USA kündigten eine Blockade iranischer Häfen an. Damit beabsichtigt Donald Trump, den Druck auf Teheran sowie auf die Abnehmer iranischen Öls – insbesondere China – zu erhöhen.
Sollte es Trump tatsächlich ernst sein, würde eine vollständige Blockade vermutlich den langfristigen Einsatz einer hohen Anzahl amerikanischer Kriegsschiffe erfordern. Würde der iranische Ölexport vollständig ausfallen, könnte das globale Angebot um bis zu 2 Millionen Barrel pro Tag sinken.
140 Dollar in Sicht?
Laut einem kontaktierten Rohstoffexperten könnte der Ölpreis in den nächsten Wochen auf 140 Dollar ansteigen. Er hoffe, er liege falsch, aber die Aufwärtsbewegung sei noch nicht abgeschlossen.
Auch sogenannte Soft Commodities legten deutlich zu. Darin spiegelt sich die Erwartung einer verschlechterten Versorgung mit Treibstoffen und Düngemitteln wider. Gleichzeitig gerieten die Anleihemärkte unter Druck, da steigende Inflationsrisiken eingepreist werden. Die US-Inflation ist auf 3,3 Prozent gestiegen.
Viele Anlageklassen reagierten jedoch moderat auf die jüngsten Drohungen aus dem Weissen Haus und kehrten auf das Niveau von Mitte letzter Woche zurück – also vor der Vereinbarung eines Waffenstillstands zwischen den USA, Israel und dem Iran.

