Morgen Freitag wird die rechtliche Fusion der Mutterhäuser Credit Suisse AG und UBS AG beim Handelsregisteramt vollzogen.
30. Mai 2024 • Beat Schmid

Morgen Freitag, 31. Mai, ist die Credit Suisse AG Geschichte. Die Grossbank hört auf zu existieren, die Grossbank vom Zürcher Paradeplatz geht in der UBS AG auf. Damit geht eine Ära zu Ende, die vor 167 Jahren mit der Schweizerischen Kreditanstalt (SKA) begann.

Fragt man bei der UBS nach, was für diesen historischen Tag geplant ist, erhält man kaum eine Antwort. Es wird wohl eine offizielle Mitteilung geben, wonach die rechtliche Fusion der beiden Stammhäuser – Credit Suisse AG und UBS AG – beim Handelsregisteramt vollzogen werden konnte. Viel mehr ist offenbar nicht geplant.

«Es ist eigentlich ein Non-Event», sagt eine Auskunftsperson. Im über 100-jährigen Hauptsitz der Credit Suisse am Paradeplatz sind keine (Trauer-)Feiern geplant. Wie wenn nichts geschehen wäre, hängen die Porträts der früheren Präsidenten der Credit Suisse im getäfeltem Verwaltungsamtszimmer.

Ein fixes Datum für den Merger der Schweizer Einheiten steht noch nicht

Bis die Credit Suisse ganz verschwunden ist, dauert es noch ein paar Monate. Irgendwann im Herbst sollen die noch getrennt geführten Schweizer Einheiten juristisch zusammengeführt werden. Ein fixes Datum für diese letzte Fusion steht noch nicht fest.

Mit der rechtlichen Fusion der beiden Stammhäuser am Freitag beginnt die eigentliche Integrationsarbeit. Ab nächster Woche kann die UBS die CS-Konten im internationalen Geschäft auf ihre eigenen Plattformen migrieren.

Bis Ende 2025 will sich die UBS Zeit nehmen, um alle Systeme zusammenzuführen und die Integration abzuschliessen. Bis dahin muss die UBS Hunderttausende von Kunden migrieren und 300 Applikationen der Credit Suisse auf die eigenen Systeme übertragen. Das sind Herkulesaufgaben, bei denen viel schief gehen kann.

Dessen scheint sich auch UBS-Chef Sergio Ermotti bewusst zu sein. An einer Veranstaltung sagte er kürzlich, dass eine Verzögerung der Kundenübernahme das grösste Risiko im Integrationsprozess in diesem Jahr darstelle. Dies könnte bedeuten, dass ein Teil der von der Bank geplanten Kosteneinsparungen in Höhe von 13 Milliarden Dollar nicht realisiert werden kann.

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