Der Credit Suisse geht es wieder besser, wie der heute veröffentlichte Quartalsbericht zeigt. Die Kunden bringen der Bank das Geld zurück. Wie die UBS schreibt, flossen der Bank im zweiten Quartal 18 Milliarden Dollar neue Gelder zu – ein Trend, der sich auch im dritten Quartal fortgesetzt habe.
Insgesamt erzielte die kombinierte Grossbank einen Reingewinn von 29 Milliarden Dollar. Darin enthalten ist ein negativer Goodwill von ebenfalls 29 Milliarden Dollar aus der Übernahme der Credit Suisse. Ein negativer Goodwill entsteht, wenn ein Unternehmen ein anderes massiv unter Preis kaufen kann – was im Fall der UBS-CS-Notfallübung in einem historischen Ausmass geschehen ist, orchestriert und bewilligt durch den Bundesrat, die SNB und die Finma.
Eine weitere wichtige Zahl, die die UBS heute in ihrem Quartalsbericht nennt: Die Bank will mehr als 10 Milliarden Dollar an Kosten einsparen. Damit soll das Ziel erreicht werden, bis Ende 2026 eine Cost-Income-Ratio von unter 70 Prozent und eine Eigenkapitalrendite (CET1) von 15 Prozent zu erreichen. Wie erwartet nennt die UBS keine konkrete Zahl, wie viele Arbeitsplätze diese massive Kostensenkung kosten wird.
Zur vollständigen Integration der Credit Suisse Schweiz sagt UBS-CEO Sergio Ermotti, der Entscheid sei «das Ergebnis einer gründlichen Evaluation aller verfügbaren Optionen». «Unsere Analyse zeigt klar, dass die vollständige Integration das beste Ergebnis für UBS, unsere Stakeholder und die Schweizer Wirtschaft ist.» Dass Sergio Ermotti die UBS an erster Stelle nennt und erst an dritter Stelle die Schweizer Wirtschaft, spricht Bände. Die Integration der CS Schweiz ist für 2024 geplant, die Marke wird ein Jahr später verschwinden. «Wir fühlen uns geehrt durch diese Aufgabe und die Verantwortung, die uns anvertraut wurde», sagte Ermotti in einem Statement.
Operative Schwächen
Operativ zeigte die UBS im zweiten Quartal erstaunliche Schwächen. In der Paradedisziplin Global Wealth Management stiegen die Erträge nur um ein Prozent, während GWM-Chef Iqbal Khan die Kosten um drei Prozent in die Höhe trieb. Die Folge ist eine Verschlechterung der Cost-Income-Ratio. Unter dem Strich reduzierte sich der Vorsteuergewinn der Sparte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4 Prozent auf 1,11 Milliarden Dollar. Das Ergebnis ist umso enttäuschender, als die Märkte besser liefen und die Zinsen wieder stiegen. Khan konnte daraus keinen Profit schlagen.
Die Schweizer Einheit von Sabine Keller-Busse glänzte dagegen einmal mehr. Der Gewinn vor Steuern stieg um 54 Prozent auf 612 Millionen Franken. Dank Zinserhöhungen verbesserten sich die Erträge um 24 Prozent, während die Kosten um 9 Prozent stiegen. Die Cost-Income-Ratio sank deshalb auf 50,4 Prozent.
Einen Einbruch verzeichnete auch die Investmentbank, deren Vorsteuergewinn auf 139 Millionen Franken einbrach (-66 Prozent). Das Asset Management erzielte einen Vorsteuergewinn von 90 Millionen Dollar.
Update: In einer Telefonkonferenz mit Analysten sagte Ermotti am Donnerstagmorgen, dass «in der Schweiz rund 3000 Stellen gestrichen» werden. 2000 Stellen würden dabei bei der CS wegfallen und weitere 1000 bei der UBS. Aktuell beschäftige die CS in der Schweiz 17'000 Angestellte und die UBS 21'000, sagte er.