Derivate-Flop der UBS: Welche Köpfe werden rollen?

Die Verluste der Kundinnen und Kunden sind real, der Reputationsschaden für die UBS ebenso. Doch wer übernimmt die Verantwortung für das Derivate-Desaster?

Derivate-Flop der UBS: Welche Köpfe werden rollen?
Derivate-Flop der UBS: Welche Köpfe werden rollen? (Quelle: Screenshot Bloomberg TV)

Am Freitag ist Tag der Wahrheit: Dann wird der Bund den Schleier über die neue Grossbankenregulierung lüften. Im Zentrum steht dabei eine Zahl – nämlich, wie viel Eigenkapital die UBS künftig für ihre Auslandstöchter vorhalten muss. Andere Aspekte der Regulierung dürften kaum für Aufsehen sorgen, etwa das sogenannte Senior Managers Regime. Es ist unbestritten und gilt als harmlos.

Dabei hätte gerade dieses Regime das Potenzial, zum Gamechanger zu werden: Es geht um die klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten auf Managementebene. Geschäftliche Entscheide sollen eindeutig einer Person zugeordnet werden können – damit im Krisenfall rasch klar ist, wer wofür geradestehen muss.

Verantwortliche werden aktuell auch im Zusammenhang mit dem Derivate-Flop im Wealth Management der UBS gesucht. Wie konnte es dazu kommen, dass sogenannte Range Target Profit Forwards – ursprünglich als Absicherungsinstrument für professionelle Investoren konzipiert – in den Portfolios vermögender Privatkundinnen und -kunden landeten und dort erhebliche Verluste verursachten?

Ein funktionierendes Senior Managers Regime würde offenlegen, wer welche Entscheide gefällt hat, wer den Verkaufsdruck orchestrierte, wie dieser intern organisiert war und wer die Konzentrationen in den Kundenportfolios hätte überwachen müssen. Genau dafür gibt es Führungskräfte – und genau dafür werden sie üblicherweise sehr gut entlohnt.

Suche nach Sündenböcken

Die interne Aufarbeitung bei der UBS läuft auf Hochtouren. Laut gut informierten Kreisen ist davon auszugehen, dass die Bank die «Schuldigen» vor allem an der Kundenfront suchen wird – bei einem «sehr kleinen Kreis von Kundenberatern, die beim Verkauf dieser Derivate etwas aggressiv vorgegangen» sei, wie die NZZ am Sonntag berichtete.

Von einer Ausweitung der Verantwortung auf höhere Hierarchieebenen scheint die UBS bewusst abzusehen – obwohl gerade dort die Pflicht gelegen hätte, die Verkaufsaktivitäten zu überwachen und Risiken im Auge zu behalten.

Letztlich liegt es in den Händen von UBS-CEO Sergio Ermotti, mit einem sichtbaren personellen Schnitt ein klares Signal zu senden: dass bei Falschberatungen und Reputationsschäden keine Toleranz herrscht. Bleibt eine solche Konsequenz aus, verkommt das Senior Managers Regime zu einer leeren Worthülse.

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