Eine neue Studie der NGO Urgewald und 25 Partnerorganisationen zeigt das Engagement in fossilen Energien von über 8000 institutionellen Investoren. Sie zeigt, wie stark Banken, Pensionskassen, Staatsfonds, Versicherungen, Stiftungen und Hedgefonds in Kohle-, Öl- und Gasunternehmen investiert sind. Die Datenbank listet das Engagement in Aktien und Anleihen auf.
Die sogenannte Investing-in-Climate-Chaos-Datenbank zählt insgesamt 199 Investoren aus der Schweiz. Das Land liegt auf Platz acht der zehn grössten Investorenländer, in Europa nach Norwegen auf Platz zwei. Die wichtigsten fossilen Investoren in der Schweiz sind die UBS (71,7 Milliarden US-Dollar), Pictet (15,2 Mrd.) und die Schweizer Nationalbank SNB (9,3 Mrd.). Danach kommen Vontobel, die ZKB, Julius Bär, Lombard Odier und Swiss Life.
Weltweit stehen die grossen US-Fondsgesellschaften an der Spitze. Es sind Vanguard und Blackrock mit einem gesamten Aktien- und Bond-Exposure von 659 Milliarden bzw. 553 Milliarden Dollar. Dann kommt der saudische Staatsfonds PIF, gefolgt von State Street, Capital Group und Fidelity. Die UBS liegt auf Platz 14 der weltweit grössten Fossilinvestoren. In Europa liegt nur der norwegische Government Pension Fund Global (GPFG) vor der UBS. Überraschend ist, dass die Schweizer Grossbank noch vor den französischen Grossbankengruppen Crédit Agricole und BNP Paribas liegt.
Der bei weitem grösste Anteil der Summen ist in Aktien investiert: Bei der UBS sind dies 64,8 Milliarden Dollar, bei Pictet 11,5 Milliarden und bei der Schweizer Nationalbank das komplette Volumen. Die grössten Beteiligungen der UBS sind ExxonMobil (5,1 Mrd.), Shell (3,6 Mrd.) und Chevron (3,5 Mrd.). Die SNB hat als grösste fossile Positionen die US-Konzerne ExxonMobil (1,8 Mrd.), GE Vernova (652 Mio.) und ConocoPhillips (388 Mio.).
Anleihe bis ins nächste Jahrhundert
Interessant ist der Blick auf die Anleihen. Besonders auf solche, die erst nach dem Jahr 2050 fällig werden – also erst nach dem festgelegten Klimaziel von Netto-Null-Treibhausgasemissionen. Sämtliche analysierten Schweizer Investoren haben 1,2 Milliarden Dollar in fossile Anleihen mit Laufzeiten bis mindestens 2051 investiert. Die UBS liegt hier an der Spitze mit 467 Millionen Dollar. Auf den weiteren Plätzen folgen die Zürcher Kantonalbank (171 Mio.) und Vontobel (121 Mio.).
Ein besonderer Fall ist eine «ewige» Anleihe des brasilianischen staatlichen Ölkonzerns Petrobras, die bis ins Jahr 2115 läuft. Petrobras plant, seine Ölförderung über das Jahr 2050 hinaus auszuweiten. Zu den langfristigen Anleihegläubigern von Petrobras gehört unter anderem auch die UBS.
Kürzlich ergab eine andere Studie («Banking on Climate Chaos»), dass die UBS das direkte Kreditgeschäft in fossile Energieprojekte stark zurückgefahren hat. Laut Asti Roesle von der Klima Allianz Schweiz steht dies im «krassen» Widerspruch zum Anlagegeschäft, also zu Investments, die sie für ihre Kunden tätigt.

