Die 65 grössten Banken der Welt haben im vergangenen Jahr 906 Milliarden US-Dollar an Unternehmen im Bereich fossiler Brennstoffe vergeben, was einem Anstieg von 8 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Zu diesem Befund kommt der 17. Bericht «Banking on Climate Chaos», der von verschiedenen Umweltorganisationen herausgegeben wird.
Seit der Unterzeichnung des Pariser Abkommens vor einem Jahrzehnt hätten die Banken 8,7 Billionen US-Dollar in Öl-, Gas- und Kohleprojekte fliessen lassen. Wie schon in den Jahren zuvor ist auch dieses Jahr die US-Grossbank JP Morgan der grösste Geldgeber fossiler Brennstoffe mit einem Volumen von insgesamt 58 Milliarden US-Dollar (+12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Die Bank of America und die japanische Mitsubishi UFJ Financial Group mit je 47 Milliarden US-Dollar kommen auf den zweiten Platz.
Wie es im Bericht heisst, würde das «Dirty Dozen», also die zwölf grössten Banken im Bereich fossiler Brennstoffe, mittlerweile fast 40 Prozent aller weltweiten Bankenfinanzierungen im Kohle-, Öl- und Gasbereich stellen. Doch nicht alle Banken drücken buchstäblich aufs Gaspedal. Europäische Banken würden den «deutlichsten Abwärtstrend» aufweisen, so die Autoren des Berichts.
UBS ist Klassenbeste
Klassenbeste ist die UBS, die ihre fossilen Geschäfte um 36 Prozent reduzierte. Sie liegt noch vor der spanischen La Caixa (-34 %) und der französischen BNP Paribas (-28 %). Die britische Standard Chartered steigerte ihre Finanzierungen dagegen um 28 Prozent, die Deutsche Bank um 20 Prozent und HSBC um 16 Prozent.
Gemäss dem «Banking on Climate Chaos»-Bericht hat die UBS ihre fossilen Finanzierungen von 21,1 Milliarden auf 3,7 Milliarden US-Dollar reduziert – ein Rückgang von mehr als 82 Prozent. Dieser Rückgang ist nicht in erster Linie damit zu erklären, dass die Bank massiv auf die Bremse getreten wäre. Er reflektiert vielmehr das Verschwinden der Credit Suisse, die wesentlich stärker im Öl- und Gasgeschäft engagiert war als ihre frühere Erzrivalin.
Die grössten Finanzierungen leistete die UBS 2025 gemäss Detailzahlen an Woodside Finance aus Australien (346 Millionen Dollar), Petrobras (326 Mio. Dollar), die Korea Gas Corporation (253 Mio. Dollar), den Genfer Ölhändler Vitol (183 Mio. Dollar) sowie Korea National Oil (166 Mio. Dollar).

