Bei der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) kommt es im Herbst zu einem Führungswechsel. Präsident Marcel Rohner tritt nach fünf Jahren an der Spitze des Branchenverbands zurück. Der Verwaltungsrat hat Giorgio Pradelli, CEO von EFG International, einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt, wie der Verband mitteilt. Die Amtsübergabe erfolgt am Bankiertag vom 17. September 2026.
Der Rücktritt des früheren UBS-CEOs Rohner kommt in einer heiklen Phase. Seit dem Zusammenbruch der Credit Suisse ist der Verband zu einer Speerspitze gegen schärfere Eigenkapitalbestimmungen für UBS geworden. «Die Geschäftsstelle ist hervorragend aufgestellt, um gemeinsam mit der starken Mitgliederbasis die regulatorischen Rahmenbedingungen für den Schweizer Bankenplatz weiter zu gestalten», sagt Rohner. Er sei überzeugt, dass der Verwaltungsrat der SBVg mit Giorgio Pradelli den idealen Nachfolger gewählt habe.
Der Verwaltungsrat würdigte Rohner für die stärkere Positionierung der SBVg gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Unter seiner Präsidentschaft sei es gelungen, unterschiedliche Interessen innerhalb der Branche stärker zu bündeln und gemeinsame Positionen zu vertreten. Mit Giorgio Pradelli übernimmt ein langjähriger Banker das Präsidium. Der 1967 geborene schweizerisch-italienische Doppelbürger führt seit 2018 EFG International und soll die Funktion als SBVg-Präsident zusätzlich zu seinem CEO-Mandat ausüben.
Giorgio Pradelli ist gegenwärtig Präsident der Vereinigung der Schweizerischen Assetmanagement- und Vermögensverwaltungsbanken (VAV), Mitglied des Verwaltungsrats und des Stiftungsrats der Fondation Genève Place Financière sowie Präsident des Steuerungsausschusses Private Banking der SBVg. Im Zuge der Wahl zum SBVg-Präsidenten wird er diese Verbandsmandate abgeben. Er bleibt weiterhin Mitglied des Verwaltungsrats der Swiss-American Chamber of Commerce in Zürich. In Bundesbern ist Pradelli kaum vernetzt.

