Bitpanda ist eine der bekanntesten Krypto-Plattformen Europas. Um die Marke weiter zu etablieren, ist das in Österreich beheimatete Unternehmen zahlreiche Partnerschaften mit europäischen Spitzenfussballclubs eingegangen. In der Schweiz ist Bitpanda seit diesem Jahr Sponsor des FC Basel.
Wie Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung ergeben haben, geriet die Plattform ins Visier der deutschen Finanzmarktaufsicht Bafin. Nachdem die deutsche Tochtergesellschaft Bitpanda Asset Management GmbH im Jahr 2022 eine Lizenz erhalten hatte, ordnete die Bafin 2023 eine Sonderprüfung des Risikomanagements des Finanzunternehmens an.
Insgesamt stellte die Aufseherin 16 Mängel fest. Fünf davon wurden als «schwerwiegend», vier als «gewichtig», sechs als «mittelschwer» und einer als «geringfügig» eingestuft. Die Prüfer identifizierten insbesondere Defizite in den Bereichen Risiko, IT und Outsourcing. Diese zum Teil gravierenden Feststellungen betrafen zentrale Kernaufgaben des Finanzinstituts. Bitpanda sagte gegenüber der Bafin zu, sämtliche Schwachstellen bis März 2025 zu beheben.
«Keine ordnungsgemässe Geschäftsorganisation»
Im Januar 2025 wandte sich der deutsche Regulator erneut schriftlich an Bitpanda. Die Bafin teilte dem Unternehmen mit, dass bis Ende Dezember 2024 lediglich 68,8 Prozent der Feststellungen vollständig behoben worden seien. «Aufgrund der vorgenannten, teils schwerwiegenden Prüfungsfeststellungen steht fest, dass die Bitpanda Asset Management GmbH weiterhin über keine ordnungsgemässe Geschäftsorganisation verfügt», hiess es in dem Schreiben.
Gemäss den Recherchen mahnte die deutsche Bankenaufsicht die Geschäftsführer eindringlich, ihren Pflichten nachzukommen. Gleichzeitig hielt die Aufsicht fest, dass Fortschritte bei der Mängelbeseitigung erkennbar seien.
Bitpanda hielt im Geschäftsbericht für das Jahr 2024 fest, das Unternehmen habe inzwischen alle Mängel beseitigt und sämtliche Anforderungen der Bafin erfüllt. «Im ersten Quartal 2025 hat die Bitpanda Asset Management GmbH die Mängelbehebung ihrer ersten planmässigen Sonderprüfung abgeschlossen.»
Börsenpläne für 2026
Gegenüber den Medien erklärte Bitpanda, es habe sich um eine turnusmässige Bafin-Sonderprüfung gehandelt, wie sie im ersten Jahr nach Erhalt einer Konzession üblich sei. Ebenso üblich sei es, dass im Rahmen solcher Prüfungen Feststellungen gemacht würden, die anschliessend mittels Massnahmenplan umgesetzt werden. Weiter erklärte das Unternehmen: «Man habe sich aus Überzeugung dafür entschieden, ein voll reguliertes europäisches Finanzunternehmen zu sein. Das bedeute intensive Aufsicht und regelmässige Prüfungen.»
Das Unternehmen zählt gemäss eigenen Angaben rund sieben Millionen Kundinnen und Kunden. Wie viele davon in der Schweiz ansässig sind, gibt Bitpanda nicht bekannt. Erst letzte Woche lancierte das Unternehmen ein neues Angebot: Neben Krypto-Assets ist nun auch der Handel mit Aktien möglich. Zudem soll Bitpanda gemäss Kapitalmarkt-Kreisen Pläne verfolgen, noch im ersten Halbjahr 2026 an die Börse zu gehen. Dazu nimmt das Unternehmen keine Stellung.

