Angstbarometer schlägt aus
Globale Unsicherheit treibt die Nachfrage nach Edelmetallen – Gold und Silber in neuen Sphären. Das Jahresplus: 17 Prozent.
26. Januar 2026 • red.

Der Goldpreis ist erstmals über 5000 US-Dollar pro Unze geklettert. Der Preis legte zeitweise um bis zu 2,1 Prozent zu und näherte sich der Marke von 5’100 Dollar. Auch Silber setzte seine Rally fort und stieg erstmals über 109 Dollar pro Unze – der dritte Tagesgewinn in Folge.

Mit dem rasanten Anstieg wird Gold seiner Rolle als Angstbarometer der Finanzmärkte einmal mehr gerecht. Der Goldpreis hat sich in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus bereits 17 Prozent. In diesem Jahrhundert stieg der Goldpreis um 1600 Prozent. Damit schlägt das Edelmetall den S&P 500.

Ein Preistreiber ist der sogenannte Debasement Trade: Anleger ziehen sich aus Währungen und US-Staatsanleihen zurück. Der jüngste massive Ausverkauf am japanischen Anleihenmarkt kann ebenfalls als Zeichen wachsender Skepsis gegenüber hohen Staatsausgaben gewertet werden. Viele langfristig orientierte Investoren gehen davon aus, dass Inflation zunehmend der einzige Weg zur Sicherung der Staatsfinanzen ist, und setzen deshalb auf Gold zum Erhalt der Kaufkraft.

Ein grosser Verunsicherungsfaktor ist Donald Trump – mit seinen Attacken auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank, seiner erratischen Zollpolitik sowie der Drohung, Grönland einzuverleiben. Für Investoren ist Gold zum Safe Haven Nummer eins geworden. Auch Silber profitiert von starker Nachfrage: Der Preis legte um 4,5 Prozent auf 107.78 Dollar zu. Platin erreichte ebenfalls ein Rekordhoch, auch Palladium legte zu.

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