Am Morgen des Sechseläutens kam der Zürcher Kantonsrat zu einer Sitzung zusammen. Dabei behandelte er eine parlamentarische Initiative der SP, die einen Lohndeckel für die Bankspitze der Zürcher Kantonalbank vorsieht.
Konkret fordert die Initiative, dass der ZKB-Chef höchstens so viel verdienen dürfe wie der Chef der Nationalbank. Thomas Jordan kommt trotz deutlicher Lohnerhöhung, die weit über der Teuerung liegt, mit seinen bezogenen 1,25 Millionen Franken nicht annähernd an das Gehalt des ZKB-Chefs heran, der 2,2 Millionen Franken verdiente.
Nur wenige Tage nach der aufwühlenden Sondersession letzte Woche in Bern wäre das Timing eigentlich ideal gewesen, um der ZKB einen Lohndeckel zu verpassen. Doch die Zürcher Kantonspolitiker lehnten den Vorschlag mit 101 zu 66 Stimmen ab.
Die Bürgerlichen argumentierten, dass der Bankrat für Löhne zuständig sei. Die Ratslinke ärgerte sich über Heucheleien wie diese. Beim Zürcher Universitätsspital hätten rechte Politiker schliesslich auch keine Hemmungen gehabt, einen Lohndeckel zu beschliessen.