FTX-Pleite
Die Börsenplattform von Sam Bankman-Fried stellt Antrag auf Gläubigerschutz – betroffen sind weltweit über 130 Gesellschaften. Auch Schweizer FTX-Firmen dürften dazugehören. Die Finma verfolgt die Ereignisse, ist aber nicht zuständig.
11. November 2022 • red.

FTX hat in den USA Gläubigerschutz beantragt, nachdem die angeschlagene Kryptowährungsbörse in letzter Minute mit dem Versuch gescheitert war, ein Rettungspaket zu schnüren. Sam Bankman-Fried, der Gründer und Geschäftsführer des Unternehmen, ist ebenfalls zurückgetreten und wird durch John J Ray III ersetzt.

Der Antrag auf Gläubigerschutz wurde bei einem Bundesgericht in Delaware eingereicht und umfasst FTX.US, den amerikanischen Zweig der Börse, sowie Bankman-Frieds Eigenhandelsaktivitäten Alameda Research sowie etwa 130 verbundene Unternehmen.

Die Massnahme sei "angemessen", um der FTX-Gruppe die Möglichkeit zu geben, ihre Situation zu bewerten, und Wege zu finden, wie sie die Gläubiger entschädigen kann, sagte Ray.

Mehrere Tochtergesellschaften in der Schweiz

FTX verfügt auch über mindestens drei in der Schweiz niedergelassene Gesellschaften. Es ist davon auszugehen, dass auch sie Konkurs anmelden. Dabei handelt es sich um die FTX Europe AG, die FTX Switzerland GmbH und die DAAG Certificates GmbH.

Die eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) verfolgt die Ereignisse um diese Plattform, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilt. Die Betreiber der Plattformen seien aber selber nicht in der Schweiz domiziliert, sagt er weiter. Das dürfte bedeuten, dass der Schweizer Regulator in der Sache nicht aktiv werden muss.

Eine Gesellschaft jedoch, die FTX Switzerland GmbH, ist nach Auskunft des Finma-Sprechers "mit Blick auf die Geldwäschereibestimmungen" einer SRO unterstellt. Dabei handelt es sich um die Selbstregulierungsorganisation Treuhand. "Weiter können wir uns nicht zur Gesellschaft äussern", so der Sprecher. In der Nacht auf Freitag wurde bekannt, dass die Wertpapieraufsicht der Bahamas die Vermögenswerte von FTX eingefroren hatte. FTX Digital Markets Ltd, die bahamaische Tochtergesellschaft der Gruppe, ist nicht teil des Konkursverfahrens.

Der Krypto-Börse wird vorgeworfen, den eigenen Token als Sicherheit für hohe Kredite verwendet zu haben. Weil dieser FTT-Coin massiv an Wert verlor, musste FTX die Bezüge der Kunden stoppen.

In nur etwas mehr als drei Jahren baute FTX eine Bewertung über 32 Milliarden Dollar auf. Das Unternehmen wurde von einer Reihe von namhaften Investoren umworben wie SoftBank, Sequoia und Temasek.

Bankman-Fried war in den letzten Tagen auf der Suche nach 6 bis 8 Milliarden Dollar, um eine Liquiditätskrise zu verhindern. Der 30-Jährige hatte sich am Donnerstag für den Wirbel entschuldigt, die sein Unternehmen auslöste: "Es tut mir leid. Das ist die grösste Sache. Ich habe es versaut und hätte es besser machen sollen."

Der Kurs des Bitcoin tauchte heute Nachmittag auf unter 16'500 Dollar ab. So tief war er zuletzt im Jahr 2020.