10-minütiges Abschiedsvideo gibt zu reden

Sandro Meyer war 32 Jahre bei der Zurich Versicherung. Im Zuge der Finma-Untersuchungen trat er zurück. Jetzt hat er sich mit einem langen Abschiedsvideo nochmals gemeldet.

10-minütiges Abschiedsvideo gibt zu reden
Hält sich fit: Sandro Mayer, ehemaliger Head Life bei der Zurich Schweiz. (Linkedin/Youtube)

Sandro Meyer verbrachte sein ganzes Berufsleben bei Versicherungen, die meiste Zeit davon bei der Zurich. In den insgesamt 38 Jahren erlebte er «keinen einzigen Tag, den ich anders erleben möchte», schreibt er auf der Plattform LinkedIn. Vor sieben Monaten habe er seine Verantwortung abgegeben. Es sei Zeit, danke zu sagen – an all die tollen Menschen, die ihn in den vielen Jahren begleitet haben.

An die Botschaft angehängt ist ein zehnminütiges Video, das ihn auf einem Vita-Parcours zeigt, im Fitnessstudio, auf dem Hometrainer am See, auf dem Golfplatz und in seinem Homeoffice. Die Strecke mit dem Vita-Parcours ist logischerweise gewollt, da die Zurich im BVG-Bereich eng mit der Vita Sammelstiftung zusammenarbeitet – just an der Schnittstelle, die nun zum Enforcement-Verfahren geführt hat.

Schlüsselfigur im Lebensgeschäft der Zurich

Meyer war eine Schlüsselfigur im Lebensgeschäft der Zurich. Er war Head Life und sass in der Geschäftsleitung der Zurich Schweiz. Er war verantwortlich für das gesamte Lebensversicherungsgeschäft für Privat- und Unternehmenskunden in der Schweiz. Der Geschäftsbereich zählt über 300 Vollzeitstellen. Sandro Meyer war unter anderem zuständig für die Geschäfte, die von der Finma im Rahmen eines Enforcement-Verfahrens untersucht werden.

Sandro Meyer (Linkedin/Youtube)

Im Video betont er, wie wichtig die Ländergesellschaften bei einer Versicherung seien, auch die die Karriere künftiger Topmanager. Die Ländergesellschaften seien der Ort, wo das Business stattfindet. Zum Schluss des Videos bedankt sich Meyer lange bei seinen Mitarbeitern und bei seinen Kollegen bei der Zürich. Der Dank für die Kolleginnen und Kollegen der Zurich Group «am Mythenquai unten» fällt dagegen knapp aus.

Angesichts der Ereignisse schütteln viele in- und ausserhalb der Zurich den Kopf über die Videobotschaft. Selbst die «NZZ am Sonntag» zeigte sich irritiert über Versicherungsmanager, der mit dem Kopf nach unten an einer Reckstange baumelt, bevor er sich zum nächsten Posten auf dem Vita-Parcours macht.

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