Die UBS habe kürzlich beschlossen, weiterhin Kredite für Superjachten zu vergeben. Das berichtet die NZZ (Abo). Damit übernimmt die letzte Schweizer Grossbank einen Geschäftsbereich der CS, der mit einem Kreditvolumen von einer Milliarde Dollar relativ klein ist, in den vergangenen Jahren aber immer wieder für negative Schlagzeilen sorgte.
Zum Beispiel diesen Frühling. Die CS musste in London gerichtlich durchsetzen, dass der saudische Prinz Fahad bin Sultan bin Abdulaziz Al Saud der Bank einen Kredit über 40 Millionen Dollar für seine Superjacht «Sarafsa» zurückzahlt. Das Mitglied der Königsfamilie hatte seine Schuldzinsen nicht bezahlt.
Probleme mit russischen Kunden
In den Jahren 2017 und 2018 verzeichnete die CS Medienberichten zufolge mehrere Ausfälle bei Jachtkrediten, nachdem einige ihrer russischen Kunden ins Visier von US-Sanktionen geraten waren. Anfang 2022, nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine, brachten die westlichen Sanktionen das Geschäft mit den Oligarchen ganz zum Erliegen.
Um Eigenkapital freizusetzen, lagerte die CS Ende 2021 einen Teil der Risiken aus dem Jachtkreditportfolio mittels Derivaten an Hedgefonds aus, was publik wurde und dem angeschlagenen Ruf der Bank weiter schadete.
Es gebe gute Gründe für die UBS, in das Geschäft einzusteigen, schreibt die NZZ. Laut Peter Hürzeler, Chef von Ocean Independence, einem der weltweit grössten Dienstleister in diesem Bereich, spielt die CS bei der Finanzierung von Yachten weltweit eine führende Rolle und hat sich über die Jahre viel Know-how angeeignet: «Für die Branche ist es ein sehr erfreuliches Signal, dass die UBS das Geschäft der CS weiterführt».
Für die UBS ist es eine Gelegenheit, ihren Anteil mit Superreichen auszubauen. Die Credit Suisse hatte zwar ein kleineres Volumen im Wealth Management im Vergleich zur UBS, aber sie hatte einen höheren Anteil als sehr vermögenden Kunden. Unter anderem wegen Spezialitätengeschäften wie Finanzierungen für Superjachten.