SNB lässt Zins bei null – Franken gibt weiter nach

Die Nationalbank hält den Leitzins wie erwartet bei null Prozent. Am Devisenmarkt setzt sich die Abschwächung des Frankens fort. Die SNB scheint damit gut leben zu können.

SNB lässt Zins bei null – Franken gibt weiter nach
Martin Schlegel, Präsident des SNB-Direktoriums. Screenshot SNB-Stream

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) lässt sich von den jüngsten Zinserhöhungen anderer grosser Notenbanken nicht aus dem Konzept bringen. Sie belässt ihren Leitzins bei 0 Prozent. Der Entscheid war von Analysten erwartet worden.

Trotzdem kam es zu einer relativ deutlichen Reaktion an den Devisenmärkten. Der Franken, der bereits in den vergangenen Wochen gegenüber den wichtigsten Währungen an Wert verloren hatte, schwächte sich nach dem Entscheid weiter ab. Gegenüber dem Dollar notierte er zeitweise bei rund 0,825 Franken. Der Euro kostete rund 0,94 Franken. Noch am Mittwoch hatte die SNB einen Referenzkurs von 0,9389 Franken je Euro und 0,8222 Franken je Dollar ausgewiesen.

Quelle: Google Finanzen; Zeitangabe: UTC

Die jüngste Franken-Schwäche kommt der Nationalbank nicht ungelegen. In ihrer Lagebeurteilung hält sie fest, dass neben der Geldpolitik auch die «erfolgte Frankenabwertung» die Schweizer Wirtschaft stütze. Gleichzeitig trägt der schwächere Franken dazu bei, dass die Inflationsprognose etwas höher ausfällt.

Die SNB erwartet für 2026 neu eine durchschnittliche Inflation von 0,7 Prozent. Für 2027 und 2028 rechnet sie jeweils mit 0,8 Prozent. Im vierten Quartal dürfte die Teuerung wegen der höheren Energiepreise zunächst noch etwas anziehen, bevor sie im kommenden Jahr wieder zurückgeht. Im August lag die Inflation bei 0,8 Prozent.

Von «erhöhter Bereitschaft» zu «bei Bedarf»

Bemerkenswert ist auch eine kleine Änderung bei der Kommunikation zu möglichen Deviseninterventionen. Im Juni hatte die SNB noch von einer «erhöhten Bereitschaft» gesprochen, am Devisenmarkt gegen eine übermässige Aufwertung des Frankens vorzugehen. Nun heisst es lediglich, die Nationalbank sei «bei Bedarf» bereit, am Devisenmarkt aktiv zu sein.

Auch bei der Konjunktur ist die SNB zuversichtlicher geworden. Für 2026 erwartet sie neu ein Wachstum von 1,5 bis 2 Prozent. Zuvor hatte sie lediglich mit rund 1 Prozent gerechnet. Allerdings wurde das starke Wachstum im zweiten Quartal wesentlich von einer aussergewöhnlich kräftigen Entwicklung der Pharmaindustrie getragen.

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