China hat in diesem Jahr im grenzüberschreitenden Anlagegeschäft die Schrauben deutlich angezogen. Das hat zu starken Verschiebungen der Assets geführt. So ist die Nachfrage nach Fonds gestiegen, die über sogenannte legale grenzüberschreitende Kanäle vertrieben werden.
Eine der Profiteurinnen scheint die Genfer Privatbank Pictet zu sein. Der in Hongkong angesiedelte Pictet Strategic Income Fund konnte das verwaltete Vermögen seit Anfang Jahr von 1,6 Milliarden auf 5,1 Milliarden Dollar steigern, wie Pictet mitteilte.
Das meiste Neugeld stammt von Privatanlegern aus Festlandchina. Diese investieren ihre Vermögen über das von Peking akzeptierte Programm Mutual Recognition of Funds (MRF), wie Freeman Tsang, Head of Intermediaries Asia ex-Japan bei Pictet Asset Management, gegenüber Reuters sagte.
Das MRF-Programm ist ein grenzüberschreitender Anlagekanal, über den qualifizierte Fonds aus Hongkong ihre Produkte auf dem chinesischen Festland vertreiben dürfen. China geht seit Mai härter gegen «illegale» Wertpapierkanäle im grenzüberschreitenden Anlagegeschäft vor.
Pictet steht an der Spitze
Der Pictet Strategic Income Fund verzeichnete im ersten Halbjahr unter 34 von Morningstar erfassten Fonds die höchsten Nettozuflüsse über den MRF-Kanal. Insgesamt flossen ihm 16,3 Milliarden Hongkong-Dollar beziehungsweise rund 2,08 Milliarden US-Dollar zu.


Aus einem Fondsbericht vom August geht hervor, dass zu den zehn grössten Positionen US-Staatsanleihen und Gold sowie die amerikanischen Technologiekonzerne Amazon, Alphabet und Nvidia gehören. In den ersten acht Monaten dieses Jahres legte der Fonds um 17 Prozent zu, nachdem er bereits 2025 eine Performance von 18 Prozent erzielt hatte.
Laut Tsang soll sich das MRF-Programm zu einem wichtigen grenzüberschreitenden Vertriebskanal zwischen Hongkong und Festlandchina entwickeln. Pictet plant nach eigenen Angaben, zwei weitere Fonds für das MRF-Programm zuzulassen.