Partners Group erhält Zugang zu 75 Millionen Revolut-Kunden

Nachdem sich Privatkunden im grossen Stil von Evergreen-Strukturen verabschiedet haben, öffnet Revolut seinen Kunden Investments in diese Anlagekategorie – und erhalt dafür Retros.

Partners Group erhält Zugang zu 75 Millionen Revolut-Kunden
Sitz von Partners Group. (Quelle: Partners Group)

Das Fintech Revolut baut sein Vermögensverwaltungsgeschäft aus und öffnet seinen mehr als 75 Millionen Kunden in Europa den Zugang zu Private-Markets-Fonds. Zu den Anbietern gehören die Zuger Partners Group, Apollo, Ares und Hamilton Lane. Damit erhalten die Investment-Manager Zugang zu einem der grössten Retailkundenpools Europas.

Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die gebeutelte Private-Markets-Branche verstärkt nach neuen Geldquellen sucht. Partners Group musste bei mehreren Fonds die Gates hochfahren, nachdem die Rücknahmeorders der Kunden die Limiten überstiegen hatten. Meist wollten vermögende Privatkunden ihre Gelder abziehen. Ein wichtiger Vertriebskanal ist das Wealth Management der UBS. Entsprechend wurde die Gesellschaft an der Börse abgestraft.

Auch Apollo und Ares gehörten zuletzt zu den Anbietern, die Rücknahmen bei einzelnen Fonds eingeschränkt haben. Der Zugang zu Millionen potenzieller Privatanleger über Revolut dürfte deshalb helfen, frisches Kapital zu gewinnen und die Anlegerbasis zu verbreitern. Gratis stellt Revolut seine Vertriebspower nicht zur Verfügung. Revolut erhebt zwar keine zusätzlichen Plattform- oder Transaktionsgebühren. Das Fintech erhält stattdessen Retrozessionen auf den jeweiligen Anteilsklassen der Fonds.

Rolandas Juteika, Head of Wealth and Trading (EEA) bei Revolut, lässt sich in einer Medienmitteilung vom Montag so zitieren: «Private Markets waren aufgrund des mangelnden Zugangs lange die fehlende Anlageklasse im Portfolio des durchschnittlichen Anlegers. Durch die Partnerschaft mit Branchengrössen wie Apollo, Hamilton Lane und Partners Group verändern wir diese Situation grundlegend.»

«Grundsätzlich illiquid»

Um den Retailzugang überhaupt zu ermöglichen, sind die Fonds bei Revolut im Rahmen des EU-ELTIF-2.0-Regimes (European Long-Term Investment Fund) strukturiert. In der Medienmitteilung weist Revolut darauf hin, dass diese Fonds «grundsätzlich illiquide» seien.

Rücknahmen seien nicht garantiert und könnten gemäss den Bedingungen des jeweiligen Fonds beschränkt oder ausgesetzt werden. «Diese Fonds sind daher ausdrücklich für langfristige Anleger mit einem mehrjährigen Anlagehorizont konzipiert, die keinen unmittelbaren Zugriff auf ihr Kapital benötigen.»

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