Revolut erhält Banklizenz in Frankreich

Die britische Neobank Revolut hat nun auch eine Banklizenz in Frankreich und will in Westeuropa wachsen. Was ändert sich für Schweizer Kunden?

Revolut erhält Banklizenz in Frankreich
Revolut Frankreich für Kunden in Westeuropa (Foto: appshunter.io / Unsplash)

Die britische Neobank Revolut hat eine Banklizenz in Frankreich erhalten. Das teilte sie am Montag mit. Damit verfügt das Unternehmen über Banklizenzen in zwei EU-Ländern. Bisher ist das Unternehmen mit einer Banklizenz aus Litauen tätig.

Aus regulatorischer Sicht braucht Revolut die französische Banklizenz nicht. Beide Gesellschaften werden durch die Europäische Zentralbank (EZB) beaufsichtigt. Die französische Lizenz ist aber ein klares Zeichen dafür, dass Revolut in Westeuropa stark wachsen will. Das Unternehmen hat das Ziel ausgegeben, «Europas grösste und vertrauenswürdigste Bank zu werden».

Revolut wird für ihre EU-Aktivitäten eine Dual-Hub-Strategie fahren: Litauen für Mittel- und Osteuropa und Paris beziehungsweise Frankreich für Westeuropa. Die Schweiz gehört als Nicht-EU-/EWR-Land regulatorisch nicht direkt zu diesem EWR-Passportsystem. Es ist deshalb davon auszugehen, dass Schweizer Konten auf der bestehenden litauischen Struktur verbleiben. Für Schweizer Kunden dürfte sich somit nichts ändern.

Schweizer Banklizenz würde viel ändern

Dies wäre erst der Fall, wenn Revolut eine Banklizenz für die Schweiz erhalten würde. Ob die Neobank eine Finma-Beaufsichtigung überhaupt anstrebt, ist unklar. Klar ist hingegen: Um in der Schweiz zu einer ernstzunehmenden Alternative zu den Hausbanken zu werden, bräuchte sie eine Schweizer Banklizenz. Erst dann dürften Kunden Revolut als Hauptbank nutzen und etwa ihr Lohnkonto dort einrichten. Das Fintech zählt gemäss eigenen Angaben in der Schweiz über eine Million Kunden. Wie viele davon die Dienste regelmässig nutzen, ist nicht bekannt.

Insgesamt zählt Revolut rund 75 Millionen Kunden und gehört zu den grössten Neobanken weltweit, also praktisch rein online arbeitenden Direktbanken, die keine Filialen betreiben. Der Nettogewinn stieg 2025 um rund 60 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

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